WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

14:58 | 11.03.2010
Lufthansa will 2010 bei Umsatz- und Ergebnis wieder zulegen

Frankfurt/Main (ddp). Die Deutsche Lufthansa will im laufenden
Jahr sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis steigern. Für
den Umsatz werde eine «leichte» Belebung gesehen, teilte Deutschlands
größte Airline am Donnerstag bei der Vorlage des Geschäftsberichts
2009 mit. Ob dabei die Rückkehr in die Gewinnzone gelingt, mochte der
Vorstand nicht vorhersagen. Auch, ob wieder eine Dividende gezahlt
werde, sei unklar. Im vergangenen Jahr hatte die Lufthansa infolge
des Passagier- und Frachtrückgangs mit einem Verlust abgeschlossen.

Mit Blick auf 2010 verwies der Vorstand jedoch auf viele
Unwägbarkeiten, die das Ergebnis im Jahresverlauf belasten könnten.
Dazu zählen laut Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber die Entwicklung des
Ölpreises sowie die laufenden Tarifauseinandersetzungen mit den
Piloten, deren kurzer Streik Ende Februar die Airline zwischen 48
Millionen und 50 Millionen Euro gekostet habe. Ganz entscheidend
werde aber vor allem der Zeitpunkt sein, an dem sich die Nachfrage
«belastend» erhole.

Für das laufende Jahr rechnet die Airline mit deutlich höheren
Treibstoffkosten. Die Ausgaben würden der aktuellen Prognose zufolge
von 3,7 Milliarden auf 4,9 Milliarden Euro steigen, sagte
Finanzvorstand Stephan Gemkow. Mitte Januar hatte der Vorstand noch
4,75 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Grund sei vor allem die
Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar.

Neben der leichten Belebung des Umsatzes stellte Mayrhuber auch
eine nicht näher quantifizierte Erhöhung des operativen Ergebnisses
in Aussicht. Die Umsatzentwicklung 2010 soll den Angaben zufolge
erstmals die ganzjährige Konsolidierung der beiden Zukäufe Austrian
Airlines und British Midland Airways (bmi) widerspiegeln, hieß es.
Beide Fluggesellschaften sollen aber im laufenden Jahr noch nicht zur
Profitabilität des Konzerns beitragen.

Das vergangene Jahr schloss die Lufthansa zwar in den roten Zahlen
ab. Zugleich erreichte sie aber ihr operatives Gewinnziel. Wie die
Airline bereits Anfang des Monats mitgeteilt hatte, wurde ein Verlust
von 112 Millionen Euro erzielt, nachdem 2008 noch 542 Millionen Euro
verdient worden waren. Der Umsatz war um zehn Prozent auf 22,3
Milliarden Euro gesunken. Anfang Januar hatte die Lufthansa bereits
mitgeteilt, dass sie 2009 infolge der Wirtschaftskrise sowohl weniger
Passagiere als auch weniger Fracht befördert hatte.

Bei den Konzernairlines flogen nur Swiss und Germanwings Gewinne
ein. Den höchsten Gewinn erzielte Lufthansa Technik. «Die
Wirtschaftskrise hat auch Lufthansa mit voller Wucht getroffen»,
sagte Mayrhuber. Auch wenn Deutschlands größte Airline damit im
Branchenvergleich noch ein «beeindruckendes Ergebnis» abgeliefert
habe, könne der Vorstand damit nicht zufrieden sein. Auch der Ausfall
der Dividende «schmerze», jeder andere Vorschlag wäre aber
wirtschaftlich «unvertretbar» gewesen.

Am Markt traf die Prognose auf unterschiedliches Echo. Sie
entspreche den Erwartungen, sagten einige Analysten. Andere
Bankhäuser kritisierten sie als sehr vage. Die Spanne für den
prognostizierten operativen Gewinn reicht von 252 Millionen bis 500
Millionen Euro. Die Aktie verlor bis 14.45 Uhr 0,4 Prozent auf 11,90
Euro.

(ddp)


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