WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

15:22 | 11.03.2010
Zeitung: ICE soll nicht mehr im Stundentakt fahren

Leipzig (ddp-lsc). Die Zukunft des Bahn-Fernverkehrs in Sachsen
ist ungewiss. Laut einem Bericht der «Leipziger Volkszeitung»
(Donnerstagausgabe) sollen die ICE-Züge zum Fahrplanwechsel im
Dezember auf den Strecken Frankfurt/Main-Leipzig-Dresden und
Berlin-Leipzig-München nicht mehr im Stundentakt verkehren. Grund
dafür seien technische Probleme bei der Schnellzugflotte. Eine
Bahn-Sprecherin bestätigte am Donnerstag auf ddp-Anfrage lediglich,
dass das Unternehmen derzeit Gespräche über ein neues Fahrplankonzept
führt.

Die ICE-Direktverbindung zwischen Berlin, Leipzig und München soll
dem Bericht zufolge ab Jahresende nur noch alle zwei Stunden befahren
werden. Wegfallende Verbindungen sollten durch Umsteigemöglichkeiten
in Naumburg (Sachsen-Anhalt) ersetzt werden. Darüber hinaus verlaufe
die durchgängige Verbindung ab Nürnberg nicht über eine schnelle
Neubaustrecke sondern über Augsburg und habe wesentlich mehr
Zwischenhalte. Auf der Trasse von Frankfurt am Main nach Dresden
sollen die ICE-Züge dem Bericht zufolge nicht mehr stündlich, sondern
im wechselnden 40- und 80-Minutentakt fahren. Zudem sollen die Stopps
in Riesa und Dresden-Neustadt wegfallen.

Der Dresdner Grünen-Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn sagte,
nachdem bereits Chemnitz vom Fernverkehr der Bahn abgeschnitten sei,
sollten nun offenbar auch Leipzig und Chemnitz abgebunden werden.
Dies hätte verheerende Folgen, die Kunden würden aufs Auto umsteigen.
Zudem sei die Streckenverlagerung ein Vorgeschmack auf die
Fertigstellung der Schnelltrasse durch den Thüringer Wald. Spätestens
ab 2017 solle dann offenbar Leipzig endgültig zugunsten von Halle vom
ICE-Verkehr abgebunden werden. Es sei jetzt Aufgabe von
Verkehrsminister Sven Morlok (FDP), sich für einen weiter attraktiven
Fernverkehr in Sachsen einzusetzen, forderte Kühn.

(ddp)


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