14:54 | 12.04.2010
Spargelbauern starten optimistisch in die Saison
Berlin (ddp.djn). Optimistisch starten in diesen Tagen vielerorts
die Spargelbauern in die diesjährige Erntesaison. «Im Moment sieht
alles gut aus», erläutert Hans-Dieter Stallknecht vom Deutschen
Bauernverband am Montag in Berlin im Gespräch mit der
Nachrichtenagentur ddp. Rund 400 Millionen bis 500 Millionen Euro
dürften die deutschen Spargelbauern mit ihrem Edelgemüse pro Saison
umsetzen. Jeder Deutsche isst rund 1,5 Kilogramm der weißen Stangen
pro Jahr.
Der lange kalte Winter konnte dem Gemüse nichts anhaben. «Je
tiefer der Spargel schläft, desto ausgeschlafener startet er ins
Frühjahr», sagt Simon Schumacher, Geschäftsführer des Verbands der
Süddeutschen Spargel- und Erdbeeranbauer.
Nun hoffen die Spargelbauern auf gutes Wetter bis zum
traditionellen Ende der Saison am Johannistag am 24. Juni. «Eine
Temperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius und viel Sonnenschein
wären optimal», erklärt der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel
Südhessen, Rolf Meinhardt. Dann könnten während der Saison pro Hektar
täglich rund 150 Kilogramm Spargel gestochen werden. Derzeit sind die
Preise mit bis zu zehn Euro pro Kilogramm noch recht hoch. In den
kommenden Wochen rechnen Experten mit einem Kilogrammpreis von etwa
fünf bis sieben Euro.
Wie viele Spargelbauern es in Deutschland gibt, lässt sich nicht
ermitteln, da viele das Saisongemüse nebenbei anbauen. Es dürften
allerdings mehrere Tausend sein. Bedeutende Anbauregionen sind
Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Brandenburg,
Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz. Etwa 90 000 Tonnen
werden auf den insgesamt 19 000 Hektar Anbaufläche geerntet. Weitere
30 000 Tonnen werden vor allem aus Griechenland, Spanien und Polen
importiert, um den Spargel-Appetit der Deutschen zu stillen.
Das Spargelstechen ist harte Arbeit, für die viele Landwirte auch
in diesem Jahr wieder auf Tausende Saisonarbeiter aus Osteuropa
zurückgreifen. Von Januar bis März gingen bei der Bundesagentur für
Arbeit rund 84 000 Anforderungen für ausländische Helfer in der
Landwirtschaft ein, die meisten davon aus Polen und Rumänien, wie
eine Sprecherin der Behörde in Nürnberg sagte. Der überwiegende Teil
wird Schätzungen zufolge in der Spargelernte eingesetzt werden.
Sieben bis acht Kilogramm schafft ein Stecher in einer Stunde,
heißt es bei der Vereinigung der Spargelanbauer in Niedersachsen, die
rund 90 Prozent der über 900 niedersächsischen Spargelbauern
vertritt. «Wichtig ist, die Stangen zu stechen, bevor sie die
Erdkrume durchstoßen haben. Nur dann bleiben die wertvollen
Spargelköpfe weiß, wie sie sein sollen», erläutern die Experten.
Feine Risse auf dem Boden verraten, wo stechreife Stangen
herangewachsen sind.
(ddp)
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