11:20 | 17.04.2010
Flughäfen fordern Aussetzung des Nachtflugverbots
Berlin (ddp). Die deutschen Flughäfen fordern eine befristete
Aufhebung des Nachtflugverbots. Dies soll zur schnellen
Normalisierung des Luftverkehrs nach einer Wiederöffnung der wegen
des Vulkanausbruchs in Island geschlossenen Airports beitragen.
Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) habe die
Behörden gebeten, aufgrund der außerordentlichen Situation in den
kommenden Tagen die Regelungen der Start- und Landezeiten flexibel zu
handhaben, damit im Ausland wartende Passagiere so schnell wie
möglich zurückkommen können und wieder ein stabiler Betrieb erreicht
wird, sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands, Ralph
Beisel, am Samstag in Berlin. Die Flughäfen hielten mehr Personal
vor, damit Flüge mit Sonderregelungen auch an den Tagesrandzeiten und
den Nachtstunden abgefertigt werden können. Sie stünden mit den
zuständigen Landesgenehmigungsbehörden in einem engen Kontakt.
Der ADV geht davon aus, dass die umfassenden Schließungen über
mehrerer Tage zu Verzögerungen im Luftverkehr führen werden. «Jetzt
geht es um pragmatische Ausnahmen für eine Zeit größter Anspannung»,
sagte Beisel.
Auch mehrere Politiker sprachen sich dafür aus, bei Wiederaufnahme
des Flugbetriebes das Nachtflugverbot vorübergehend aufzuheben, um
das Verkehrschaos schneller zu beenden. Der CDU-Verkehrsexperte im
Bundestag, Dirk Fischer, sagte der «Bild»-Zeitung (Samstagausgabe):
«Wenn wartenden Passagieren damit geholfen werden kann, sollte das
Nachtflugverbot vorübergehend aufgehoben werden.» Politiker von FDP
und SPD sprachen sich ebenfalls für eine solche Maßnahme aus.
Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Winfried
Hermann (Grüne), sagte im Deutschlandfunk, die Bundesregierung müsse
sich rasch mit der Deutschen Flugsicherung und den
Flughafenbetreibern in Verbindung setzen, um die Lage zur
normalisieren. Es sei aber unangemessen, diese «Katastrophe» für eine
Diskussion zur Aufhebung des Nachtflugverbots zu nutzen.
(ddp)
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