12:19 | 18.04.2010
Airbus kann Einhaltung des Zeitplans beim A350 nicht garantieren
München (ddp). Zwei Jahre vor dem geplanten Erstflug des neuen
Langstreckenjets A350 gerät Hersteller Airbus in Zeitnot. «Das wird
ein Höllenritt», sagte Airbus-Chef Tom Enders dem Nachrichtenmagazin
«Focus» mit Blick auf den für 2012 geplanten Erstflug des Jets. «Wir
mobilisieren derzeit alle verfügbaren Kräfte, um die
Leistungsmerkmale der A350 XWB und den Lieferplan einhalten zu
können.» Von Anfang an sei klar gewesen, dass der Zeitplan
«sportlich» sei. «Sicherheit oder Garantien kann ich keine bieten»,
sagte Enders.
Bei der Serienfertigung des doppelstöckigen A380 hat der
deutsch-französische Flugzeugbauer Enders zufolge Fortschritte
erzielt. «Die Produktion hat Tritt gefasst und kommt allmählich auf
Touren», sagte er. Das Unternehmen werde in diesem Jahr doppelt so
viele A380 ausliefern wie 2009.
Kritik übte der Airbus-Chef am umstrittenen US-Auftrag für 179
Tankflugzeuge der Luftwaffe. Das US-Verteidigungsministerium hatte
Airbus gebeten, ein neues Gebot für den mindestens 35 Milliarden
Dollar schweren Auftrag abzugeben. «Wir wissen, wir haben das bessere
Produkt, und das weiß auch die US-Luftwaffe», sagte Enders. «Aber wir
treten nur an, wenn wir auch eine Siegchance sehen.» Airbus benötige
dazu einen kompetenten US-Partner. «Wenn Sie dann sehen, dass
einflussreiche Abgeordnete in Washington sogar öffentlich
amerikanischen Firmen den Rat geben, nicht mit uns zusammen zu gehen,
dann ist klar, wo unsere Schwierigkeiten liegen», sagte Enders.
(ddp)
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