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Anbaufläche für Genmais hat sich verdoppelt
Leipzig (ddp-lsc). Der Anbau von genverändertem Mai wird in
Sachsen immer mehr ausgeweitet. Für dieses Jahr wurde beim Bundesamt
für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) der Anbau von
sogenanntem BT-Mais auf 1034 Hektar angemeldet. Das entspricht mehr
als einem Viertel der in ganz Deutschland für den Anbau von
genveränderten Pflanzen angemeldeten Fläche. Sachsen liegt damit
hinter Brandenburg auf Platz zwei, im Vergleich zu 2007 wurde die
Anbaufläche im Freistaat fast verdoppelt. Der Landesbauernverband
erneuerte seine Warnung an die Landwirte, genveränderte Pflanzen
anzubauen. Das Haftungsrisiko sei einfach zu groß.
Insgesamt soll in diesem Jahr auf zehn Äckern BT-Mais angebaut
werden. Dabei handelt es sich ausnahmslos um Mais der Sorte MON 810
des amerikanischen Herstellers Monsanto. Dieser Mais ist durch ein
künstlich eingebrachtes Protein weitgehend gegen den Maiszünsler
resistent. Der Maiszünsler ist ein Kleinschmetterling, der seine
Larven mit Vorliebe auf Maispflanzen ablegt, die diese dann
auffressen und so zu großen Ernteausfällen führen. Mais der Sorte MON
810 ist die einzige in Europa für den kommerziellen Anbau zugelassene
gentechnisch veränderte Ackerpflanze. Frankreich wie auch andere
EU-Staaten haben jedoch ein Anbauverbot für die Pflanzen verhängt.
Jens Heinze vom Aktionsbündnis für ein gentechnikfreies Sachsen
sagte, zwar erhöhe sich seit Jahren die angemeldete Fläche. Die Zahl
der Betriebe, die im Freistaat auf Genmais setzen, steige aber kaum.
«Das sind immer die üblichen Verdächtigen», sagte er. Die breite
Masse der Landwirte in Sachsen lehne den Anbau von Genmais nach wie
vor ab. Auch wenn die Anbaufläche stetig zunehme, dürfe dies nicht
darüber hinwegtäuschen, dass lediglich 1,25 Prozent der
Maisanbaufläche mit Genmais bepflanzt werde. Zudem verlangten immer
mehr Landeigentümer von ihren Pächtern, dass sie auf den Anbau von
gentechnisch veränderten Pflanzen verzichten. Gerade die Kirche als
Landbesitzer habe hier eine klare Position bezogen, sagte Heinze.
Der Anbau-Experte des Landesbauernverbands, Andreas Jahnel, warnte
die Landwirte weiter davor, Genmais auf ihren Äckern anzubauen. Ein
solcher Anbau berge wegen der Schadenersatzregelungen kaum zu
kalkulierende Risiken, sagte Jahnel. So könne ein Landwirt
Schadenersatz fordern, wenn seine Ernte durch auf dem Nachbaracker
angebauten Genmais verunreinigt werde. Dieses Risiko müsse jeder
Landwirt selbst abschätzen, sagte Jahnel. Er zeigte jedoch auch
Verständnis für die Sorge der Bauern, dass Schädlinge wie der
Maiszünsler die Erträge mitunter stark reduzieren könnten.
(ddp)
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