12:42 | 08.03.2010
Anzahl der Vollzeitjobs bleibt auf gleichem Niveau
Berlin (ddp). Trotz Arbeitsmarktfreform und Wirtschaftskrise hat
sich der Anteil der Arbeitnehmer in unbefristeten Jobs in den
vergangenen zehn Jahren kaum verändert. Vier von zehn Menschen im
erwerbsfähigen Alter in Deutschland hätten einen unbefristeten
Vollzeitjob, sagte der Direktor des Instituts der deutschen
Wirtschaft (IW), Michael Hüther, am Montag bei der Präsentation einer
Studie in Berlin. «Hartz IV» habe nicht zu dem vielfach behaupteten
«Aderlass» bei regulären Arbeitsplätzen geführt.
Zwar habe die Bedeutung flexibler Erwerbsformen wie Teilzeitarbeit
oder geringfügige Beschäftigung in den vergangenen Jahren zugenommen,
sagte Hüther. Doch der Anstieg sei nicht zulasten der unbefristeten
Vollzeitbeschäftigung gegangen, sondern auf Kosten der
Nichterwerbstätigkeit. Rund 78 Prozent der Menschen, die 2003 einen
unbefristeten Vollzeitjob hatten, seien auch 2008 in einem solchen
Vertragsverhältnis gewesen. Gegenüber 1993 bis 1998 habe sich dieser
Anteil sogar noch vergrößert, denn in diesem Zeitraum seien nur 69
Prozent unbefristet in Vollzeit beschäftigt gewesen.
Per saldo wechselten laut der Studie zwischen dem
Befragungszeitraum 2003 und 2008 rund 1,65 Millionen Arbeitnehmer von
unbefristeter Vollzeitbeschäftigung in eine andere Erwerbsform. Den
umgekehrten Weg beschritten 1,8 Millionen Erwerbstätige.
Vor allem für Ungelernte böten flexible Erwerbsformen Chancen,
betonte Hüther. So verfüge ein überdurchschnittlicher Anteil von
Menschen in geringfügiger Beschäftigung nicht über eine
abgeschlossene Berufsbildung, Akademiker seien dagegen in solchen
Beschäftigungsformen eher selten zu finden.
(ddp)
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