11:08 | 15.08.2009
Auch US-Tochter von Escada meldet Insolvenz an
München (ddp-bay). Nach dem Insolvenzantrag der Münchener
Escada-Gruppe hat jetzt auch die US-Tochter des Luxusmodekonzerns
Gläubigerschutz beantragt. Wie Escada am späten Freitagabend
mitteilte, wurde der Antrag auf Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des
US-Insolvenzrechts beim zuständigen Insolvenzgericht in New York
gestellt. Der Antrag diene zur Stabilisierung des für die Gruppe
wichtigen US-Geschäfts und sei somit ein erster bedeutsamer
Sanierungsschritt.
Escada hatte am Donnerstag beim Amtsgericht München Insolvenz
beantragt. Betroffen von der Pleite sind weltweit rund 2300
Beschäftigte.
Wie das Nachrichtenmagazin «Focus» am Samstag vorab berichtete,
hat der vorläufige Escada-Insolvenzverwalter Christian Gerloff
inzwischen seine Arbeit aufgenommen. Bei einer Betriebsversammlung in
Aschheim bei München habe er mitgeteilt, dass die Augustgehälter für
die 500 deutschen Escada-Mitarbeiter gesichert sind. Zusammen mit
fünf Mitarbeitern habe der Münchner Anwalt bereits Firmen-Unterlagen
gesichtet, Budgets gekürzt und dem Management die Dienstwagen
genommen.
Escada schrieb seit Jahren Verluste, trotz mehrerer
Restrukturierungsprogramme gelang es dem Unternehmen nicht, diese
einzudämmen. Im Geschäftsjahr 2007/2008 weitete Escada den
Jahresfehlbetrag von 27 Millionen auf 70 Millionen Euro aus. In den
vergangenen Monaten veräußerte Escada die zur Tochtergesellschaft
Primera gehörenden Beteiligungen. Das Unternehmen unterhält nach
eigenen Angaben 194 Filialen und 226 Franchise-Geschäfte in rund 60
Ländern.
(ddp)
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