17:29 | 30.11.2009
Ausschuss befasst sich mit Gutachten zur HSH Nordbank
Kiel (ddp.djn). Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss des
Kieler Landtags zur Misere der HSH Nordbank hat sich am Montag
erstmals mit dem Gutachten der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer
zu möglichem Missmanagement befasst. Es könne noch keine Einschätzung
zum Inhalt des Gutachtens abgegeben werden, da auf mehreren Hundert
Seiten eine sehr komplexe und komprimierte Darstellung vorliege,
teilten der Ausschussvorsitzende Wilfried Wengler (CDU) und sein
Stellvertreter Thomas Rother (SPD) in Kiel mit. Das Gremium müsse
sich erst mit dem Inhalt auseinandersetzen.
Der Ausschuss beschloss zudem, Landesbank-Vorstand Martin van
Gemmeren zu vernehmen. Der 39 Jahre alte van Gemmeren arbeitet
bereits seit 2006 für die Bank und wurde im Oktober zum Vorstand und
Leiter der sogenannten Restructuring Unit bestellt. Außerdem haben
die Ausschussmitglieder weitere Unterlagen von der Landesbank und von
der Hamburger Staatsanwaltschaft angefordert.
Der Ausschuss will sich auch mit den Aufzeichnungen des ehemaligen
schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers Werner Marnette zur HSH
Nordbank befassen. Darin erhebt dieser abermals schwere Vorwürfe
gegen Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Finanzminister
Rainer Wiegard (alle CDU) im Zuge der HSH-Krise.
Im Frühjahr hatten die Hauptanteilseigner Hamburg und
Schleswig-Holstein die Bank mit einer Finanzspritze in Höhe von drei
Milliarden Euro und weiteren Garantien vor der Schließung bewahrt.
Die HSH Nordbank hatte im vergangenen Jahr 2,7 Milliarden Euro
Verlust gemacht und den Bankenrettungsfonds SoFFin in Anspruch
genommen.
(ddp)
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