15:52 | 29.10.2009
Autozulieferer Continental spart sich aus der Krise
Hannover (ddp). Der Autozulieferer Continental kämpft sich mit
drastischen Einsparungen und hohen Bilanzkorrekturen langsam aus der
Krise. Zwar blieb dem MDAX-Konzern im abgelaufenen Quartal unter dem
Strich ein Verlust von 1,04 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am
Donnerstag mitteilte. Conti hatte 875,8 Millionen Euro auf den
Firmenwert der im Herbst 2007 erworbenen Siemens VDO abgeschrieben.
Daneben wurden die Kurzarbeit ausgeweitet, Tausende Jobs gestrichen,
Investitionen heruntergefahren und Werke geschlossen. Dennoch
summierte sich das Jahresdefizit auf bislang 1,5 Milliarden Euro.
Am Umsatz des dritten Quartals lässt sich die noch immer
schwächelnde Nachfrage der Autokonzerne nach Elektronikbauteilen,
Fahrzeugkomponenten und Reifen ablesen, zumal Conti vom boomenden
chinesischen Markt kaum profitiert. Der Erlös fiel von Juli bis
September um neun Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Analysten hatten
im Schnitt nur mit knapp 5,0 Milliarden Euro gerechnet.
Operativ blieb Conti im dritten Quartal in den schwarzen Zahlen.
Die Hannoveraner erzielten vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf
den Firmenwert der einstigen Siemens VDO einen Gewinn von 413,4
Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr sei dies ein Plus von 30
Prozent. Dazu trug vor allem das Pkw-Reifengeschäft sowie die
Bremsen-Sparte Chassis & Safety bei.
Durch Abschreibungen auf die 11,4 Milliarden Euro schwere
VDO-Übernahme dürfte der erhoffte Gewinn im Gesamtjahr hinfällig
sein, der Weg für eine milliardenschwere Kapitalerhöhung hingegen
frei. Bis August 2010 muss der Zulieferer ein Darlehen über 3,5
Milliarden Euro zurückzahlen. Die Verhandlungen mit den Banken über
neue Kredite sollen daher spätestens Ende März 2010 beendet sein,
teilte Conti mit. Parallel dazu wollen die Hannoveraner bis zum Ende
des Auftaktquartals 2010 über eine Kapitalerhöhung bis zu 1,5
Milliarden Euro erlösen.
Trotz der angespannten Finanzlage konnte Conti seinen Schuldenberg
etwas verringern. Ende September beliefen sich die Verbindlichkeiten
nach dem VDO-Erwerb auf knapp 9,5 Milliarden Euro. Steigende
Investitionen und ein Auffüllen der Lagerbestände könnten die
Schulden jedoch wieder ansteigen lassen, warnte Conti.
An der Börse sorgte die große Bilanz-Säuberungsaktion von Conti
für positive Stimmung. Bis 15.30 Uhr kletterte der Kurs um 7,5
Prozent auf 37,60 Euro.
(ddp)
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