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14:12 | 18.10.2010
Bahn: Ausbau des Fernverkehrs nur bei reibungslosem Inlandsgeschäft
Berlin/München (dapd). Die Deutsche Bahn will die neuen ICE der Baureihe 3 nur unter der Bedingung eines funktionierenden Fernverkehrs in Deutschland in die Nachbarländer schicken. “Ich lasse keine neuen Züge ins Ausland fahren, solange wir das Geschäft in Deutschland nicht im Griff haben”, sagte Konzernchef Rüdiger Grube der “Süddeutschen Zeitung” (Montagausgabe). Derzeit gebe es bei den ICEs keine Reserve, rund zwei Dutzend der insgesamt 252 Züge seien nicht einsatzbereit. Kunden müssten bis 2014 gelegentlich mit Einschränkungen rechnen. Die Bahn plant, ab Ende 2011 eine direkte Zugverbindung zwischen Frankfurt am Main und Marseille anzubieten. Ab 2013 sollen Züge von Köln durch den Eurotunnel unter dem Ärmelkanal nach London fahren. Der Konzern habe im europäischen Regionalverkehr einiges aufzuholen, sagte Grube weiter. Die Bahn habe vor der Übernahme des britischen Transportunternehmens Arriva im Regionalverkehr außerhalb Deutschlands nur 250 Millionen Euro Umsatz erzielt, während die französische Staatsbahn SNCF außerhalb ihres Heimatmarktes 1,8 Milliarden Euro einnehme. Bei der Arriva-Übernahme gehe es daher vor allem darum, “Treiber zu sein und nicht Getriebener”. Regionalzüge in Großbritannien, Italien oder Spanien zu fahren bleibe damit die einzige Lösung, “wenn wir nicht schrumpfen und jedes Jahr Arbeitsplätze verlieren wollen”, erklärte der Bahn-Chef. Im Inland verliere der Konzern im Regionalverkehr zunehmend Marktanteile. Das sei aber politisch gewollt, um den Wettbewerb anzukurbeln. Optimal sei der Zeitpunkt für den Arriva-Kauf nicht gewesen, sagte Grube weiter. “Ich hätte gerne noch zwei Jahre gewartet.” Wer aber in dieser Phase “seine Chancen nicht beherzt ergreift, wird im Wettbewerb um eine gute Marktposition zurückfallen”. dapd |
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