11:48 | 09.08.2009
Bahn-Chef Grube prüft wegen S-Bahn-Chaos Klage gegen Ex-Manager
Hamburg (ddp). Wegen des Chaos bei der Berliner S-Bahn prüft der
Vorstandsvorsitzende des Mutterkonzerns Deutsche Bahn, Rüdiger Grube,
eine Schadensersatzklage gegen Ex-Manager des Unternehmens. Erste
Probleme mit den Zügen waren bereits 2003 aufgetaucht. Damals «hätten
wir bei den Herstellern noch Gewährleistungsansprüche anmelden
können», sagte Grube dem Hamburger Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».
«Das ist nicht geschehen, und da fragt man sich natürlich warum»,
fügte er hinzu. Die Revision untersuche den Vorgang. Ergebnisse solle
es bereits «in einigen Tagen» geben.
Mit rechtlichen Schritten droht Grube auch den Herstellern ihrer
ICE-Züge, zu denen der Siemens-Konzern gehört, wegen der mangelhaften
Achsen. «Hier tragen unsere Zulieferer die Verantwortung», sagte er.
«Ich befinde mich in einem intensiven Austausch mit den betroffenen
Unternehmen. Wenn wir nicht zu einem Ergebnis kommen, werden wir eine
Klage einreichen», betonte Grube. Die Bahn muss seit einem Unfall mit
einem ICE vor rund einem Jahr in Köln die Achsen ihrer ICE-Züge
zehnmal so häufig prüfen wie vor dem Unfall.
Auch die Datenaffäre ist Grube zufolge juristisch noch nicht
abgeschlossen. «Mittlerweile haben wir alles beim Staatsanwalt
abgegeben», sagte der Manager, der im Mai die Nachfolge von Hartmut
Mehdorn angetreten hatte. Zudem habe die Bahn Strafantrag gestellt.
Grube hält auch Mehdorns Bemühungen, die Bahn 2008 an die Börse zu
bringen, für falsch. «Ich kann nur sagen, dass der Kapitalmarkt auch
damals nicht mehr intakt war. Man hätte nicht mehr den adäquaten Wert
generieren können», erläuterte er. Mehdorns Credo, ohne den
Börsengang falle die Bahn unweigerlich zurück in die alte Staatsbahn,
bezeichnete Grube als «nicht korrekt». Grube schloss einen Börsengang
vor dem Jahr 2013 oder 2014 praktisch aus.
(ddp)
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