18:51 | 14.01.2010
Bahn-Chef Grube will Branchentarifvertrag
Frankfurt/Main (ddp). Bahn-Chef Rüdiger Grube strebt einen
Branchentarifvertrag für die Bahnbeschäftigten an. Diesen wolle er
mit den Gewerkschaften durchsetzen, sagte er am Donnerstag dem
Radiosender HR-Info. In der Folge käme es zu einem vergleichbaren
Lohnniveau in allen Bahnunternehmen und damit auch bei den privaten
oder kommunalen Firmen. Gelinge dies, wolle die Bahn auf eine
Auslagerung von Betriebsteilen verzichten. «Billigtöchter sind nicht
das Ziel, das ich verfolge», sagte Grube.
Darüber hinaus will die Deutsche Bahn länger als bislang geplant
auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. «Der Beschäftigungspakt
ist sinnvoll, die Bahn will ihn erneuern», sagte der Konzernchef. Der
noch bis Ende 2010 geltende Pakt schließt Kündigungen aus und soll
demnächst mit den Bahngewerkschaften neu verhandelt werden.
Mit Blick auf die Serie von Verspätungen und Ausfälle im
Bahnverkehr sagte Grube: «Wir entschuldigen uns dafür.» Schuld an den
Ausfällen im ICE-Verkehr trügen jedoch die Lieferanten. «Die
Hersteller haben nicht die Qualität geliefert, die bestellt und
bezahlt war.»
Allerdings habe sich die Bahn mit Teilen der Industrie über die
Schadensregulierung geeinigt. «Es muss ja einen guten Grund für die
Bereitschaft der Hersteller geben, einen Teil der Ausfallkosten zu
tragen.» Beispielsweise müssten die Radsatzwellen in den ICE-Zügen
innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre ausgetauscht werden.
Des weiteren kündigte Grube an, das Renovierungsprogramm «Reset»
für die gesamte ICE-Flotte auf Februar zu verschieben. Grund seien
die «jetzigen Witterungsverhältnisse». Während des Programms sollen
defekte Teile der Inneneinrichtung in den ICE-Zügen erneuert werden.
(ddp)
|