7:36 | 12.09.2008
Bahn-Vorstand prüft Verzicht auf Bedienzuschlag
Berlin (). Die Deutsche Bahn will auf die Proteste gegen den
geplanten Bedienzuschlag an ihren Fahrkartenschaltern offenbar
reagieren und denkt über weit reichende Änderungen an dem Konzept
nach. Nach Informationen des “Tagesspiegels” (Freitagausgabe) will
der Vorstand des Konzerns an diesem Freitagmorgen darüber beraten,
weitere Kundengruppen von der Gebühr von 2,50 Euro beim Kauf eines
Tickets auszunehmen. Alternativ könne das gesamte Konzept gekippt
werden. “Dem Vorstand ist klar, dass es sich nicht lohnt, für die
Gebühr einen Krieg anzufangen”, sagte eine mit den Vorgängen
vertraute Person aus dem Aufsichtsrat. Ein Bahn-Sprecher lehnte einen
Kommentar ab und sagte nur, die Ausgestaltung der Gebührendetails sei
noch unklar.
Den internen Planungen zufolge soll die Gebühr der Bahn unter dem
Strich Zusatzeinnahmen von 60 Millionen Euro bringen. “Das ist zwar
viel Geld, angesichts eines Umsatzes von mehr als 30 Milliarden Euro
ist ein Verzicht darauf aber zu verschmerzen”, sagte der
Bahn-Insider. Allerdings seien die Personalkosten in den Reisezentren
bereits auf mehr als 100 Millionen Euro gestiegen. “Allen ist klar,
dass man da etwas tun muss.” Eine Möglichkeit sei, an Stelle eines
Aufschlags für Schalterkunden einen Rabatt für Käufe im Internet und
am Automaten einzuführen – dies werde aber womöglich erst 2009
umgesetzt, hieß es weiter. Verärgert sei man im Konzern über die
Haltung der Regierung und der Gewerkschaften. Auf der
Aufsichtsratssitzung am Mittwoch in London “haben die nicht einmal
gehustet”. Erst danach sei der Aufschrei gekommen – “das ist nicht in
Ordnung”.
(ddp)
|