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17:20 | 29.07.2010
Bahn will an Branchentarifvertrag mitwirken
Frankfurt/Main (ddp). Bei den Tarifverhandlungen für rund 165 000 Beschäftigte der Deutschen Bahn hat die Arbeitgeberseite am Donnerstag in Frankfurt am Main erstmals ein Angebot vorgelegt. Darin sicherte die Bahn nach eigen Angaben zu, an den Verhandlungen für von den Gewerkschaften angestrebten Branchentarifvertrag für den Schienenpersonennahverkehr mitzuwirken. Ein konkretes Angebot zu den geforderten Lohnerhöhungen machte die Bahn allerdings nicht. Die Verhandlungen werden nun am 20. August fortgesetzt. Die Gewerkschaften teilten mit, die Bahn wolle auch ihre bislang tariflosen «Billig-Töchter» in einen möglichen Branchentarifvertrag miteinbeziehen und sich künftig auch nur mit tarifgebundenen Unternehmen um Ausschreibungen bewerben. Das sei der «richtige Weg». Der GDBA-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel erklärte, trotz des Optimismus’ der Verhandlungspartner sei die Streikbereitschaft der Beschäftigten weiter hoch. «Am Ende der Verhandlungen muss eine Paketlösung stehen, zu der neben einem Branchentarif auch Einkommensverbesserungen gehören», betonte Hommel. Die Arbeitgeber müssten daher in einer Entgeltrunde ein Angebot vorlegen. Transnet und GDBA fordern neben dem Branchentarifvertrag Einkommensverbesserungen von insgesamt sechs Prozent, darunter höhere Löhne und eine bessere Bezahlung der Nachtschichten. Ein Bahnsprecher sagte, die Tarifparteien hätten bei ihrem zweiten Treffen am Donnerstag «deutliche Fortschritte» erzielt. Die Bahn werde aber erst ein konkretes Lohnangebot vorlegen, wenn auch mit den Privatbahnen eine Einigung über einen Branchentarif erzielt sei. Vorschnell werde der Konzern nicht auf ein höheres Lohnniveau gehen. Knackpunkt der Verhandlungen am 20. August wird nach Angaben der Gewerkschaft daher sein, auf welchem Niveau ein Branchentarif errichtet werden kann. Vor dem erneuten Treffen mit der Deutschen Bahn planen Transnet und GDBA weitere Gespräche mit Vertretern der Privatbahnen. Bereits am Mittwoch hatten sich die Gewerkschaften in Berlin mit Vertretern der Privatbahnen Veolia, Abellio, Arriva, Benex und Keolis auf die Aufnahme von Verhandlungen für einen Branchentarifvertrag geeinigt. Sie sollen noch im August beginnen. Mit dem Tarifvertrag sollen vor allem die Einkommensunterschiede für die Beschäftigten der verschiedenen Bahnunternehmen ausgemerzt werden. Die Löhne lägen zurzeit demnach im Extremfall um 15 bis 20 Prozent auseinander, hatte Transnet-Vorstand Reiner Bieck gesagt. In Frankfurt verhandelte am Donnerstag zudem die Lokführergewerkschaft GDL mit der Deutschen Bahn. Die GDL fordert für ihre Beschäftigten fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt. Darüber hinaus strebt sie ebenfalls einen einheitlichen Tarifvertrag für die Beschäftigten bei der Deutschen Bahn und deren Konkurrenten an. Zum Verhandlungsauftakt hatte GDL-Chef Claus Weselsky gesagt, seine Gewerkschaft suche den Verhandlungsweg und plane zunächst keine Streiks. ddp |
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