8:27 | 28.04.2009
Bauern fordern die Hilfe der Politik
Passau/Köln (ddp). Vor dem «Runden Tisch» mit Agrarministerin Ilse
Aigner (CSU) zum Thema Milchpreise hat Bauernverbandspräsident Gerd
Sonnleitner die Politik erneut aufgefordert, den Bauern «gezielt» zu
helfen. Die Wirtschaftskrise habe die gesamte Landwirtschaft
erwischt, sagte Sonnleitner am Dienstag im ARD-«Morgenmagazin». Nicht
nur die Milchpreise, auch die Schweine- und Getreidepreise seien am
Boden. Dies habe zu Liquiditätsproblemen bei den Bauern geführt.
Von der Politik verlangte Sonnleitner fördernde Maßnahmen wie
Verbrauchshilfen sowie steuerliche Erleichterungen. Anders könnten
die Bauern angesichts der «katastrophalen Preise» nicht überleben. Im
Ergebnis könne die Versorgungssicherheit nicht mehr von deutschen
Bauern garantiert werden.
Der deutsche Einzelhandel zeigte sich vor dem «Runden Tisch»
zurückhaltend. «Es wird nicht viel dabei herauskommen. Niemand wird
die große Lösung aus dem Hut zaubern können», sagte Hubertus
Pellengahr vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) der
«Passsauer Neuen Presse» (Dienstagausgabe). Der Handel sei nicht
schuld an den aktuell niedrigen Preisen für Milch- und Milchprodukte.
«Die Ursache ist die Überproduktion», sagte Pellengahr. Es werde
aktuell 20 Prozent mehr Milch produziert als konsumiert: «Das ist ein
Marktmechanismus, den nicht einmal die Politik außer Kraft setzen
kann.»
(ddp)
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