13:10 | 01.10.2009
Bauern fordern Hilfe der Regierung im Kampf für höhere Milchpreise
Berlin (ddp). Der Deutsche Bauernverband (DBV) erhofft sich von
der Bundesregierung Rückendeckung im Kampf für höhere Milchpreise
beim Sonder-Agrarministergipfel am Montag (5. Oktober) in Brüssel.
Beim Milchgipfel am Freitag im Bundeskanzleramt in Berlin will
DBV-Präsident Gerd Sonnleitner der Bundeskanzlerin vorschlagen, mehr
Engagement der EU bei der Absatzförderung im In- und Ausland
einzufordern, sagte DBV-Milchbauernpräsident Udo Folgart am
Donnerstag in Berlin. Merkel müsse den Präsidenten der Europäischen
Kommission, José Manuel Barroso, hierzu direkt ansprechen, erläuterte
Folgart.
Eine Drosselung der Produktion, wie etwa vom Bundesverband
Deutscher Milchbauern (BDM) gefordert, lehnt der DBV ab. Das würde
Deutschland als größtem Milcherzeuger und -exporteur in der EU
schaden und anderen Ländern nutzen. Den Schlüssel für höhere
Milchpreise sieht der DBV vor allem in der Stärkung der Molkereien.
Hier gebe es in Deutschland zu viele kleine Betriebe, deren
Verhandlungsmacht gegenüber Handelskonzernen nur begrenzt sei. Zudem
müsse ihre Position auf den Auslandsmärkten durch die Politik
gestärkt werden.
Die rund 90 000 deutschen Milchbauern klagen seit mehr als einem
Jahr über ihrer Ansicht nach zu niedrige Milchpreise. Die
Erzeugerpreise liegen derzeit knapp über 20 Cent pro Liter. Für eine
existenzsichernde Produktion halten die Bauern mindestens 40 Cent für
notwendig. Unterdessen zahlen Verbraucher im Supermarkt nicht einmal
50 Cent für einen Liter Frischmilch. Als hoffnungsvolles Signal sieht
der DBV indes einen Pilotabschluss mit dem größten deutschen
Discounter Aldi für den Butterpreis, der von 2,40 auf 3,05 Euro pro
Kilogramm angehoben wurde. Der Preis für das 250-Gramm-Stück soll
dadurch im Geschäft um 20 Cent auf 85 Cent steigen.
(ddp)
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