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17:06 | 28.10.2010
Bayer setzt Wachstumskurs fort
Leverkusen (dapd). Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat seinen Wachstumskurs auch im dritten Quartal fortgesetzt. Allerdings wurde das Ergebnis durch Rückstellungen für Rechtsfälle in den USA erheblich belastet. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, verblieben unter dem Strich 280 Millionen Euro. Dabei profitierte Bayer auch von einem erheblich niedrigeren Steueraufwand gegenüber dem Vorjahr. Allerdings hatten Analysten die Rückstellungen offensichtlich nicht auf der Rechnung und daher einen Überschuss von 490 Millionen Euro erwartet. Insgesamt setze der DAX-Konzern zwischen Juni und Ende August mit knapp 8,6 Milliarden Euro 16,1 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Währungs- und portfoliobereinigt lag das Plus bei 8,4 Prozent. Hauptwachstumstreiber war das sich über den Erwartungen entwickelnde Kunststoffgeschäft MaterialScience. Zudem profitierte Bayer von positiven Währungseffekten. “Wir sind zufrieden, dass wir im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr zulegen konnten”, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers. Zugleich sank jedoch das operative Ergebnis (Ebit) um 14 Prozent auf 556 Millionen Euro. Belastend wirkten sich dabei unter anderem Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in den USA aus. Insgesamt bezifferte Bayer die Sonderaufwendungen im dritten Quartal auf 436 Millionen Euro. Dabei entfalle der Großteil auf die Agrochemiesparte CropScience für ein angestrebtes Vergleichsprogramm im Zusammenhang mit Verfahren wegen gentechnisch veränderter Reispflanzen. Zum Konzernwachstum lieferten die Teilkonzerne unterschiedliche Beiträge. Während die Kunststoffsparte ihren Höhenflug fortsetzte und bei CropScience nach einem schwachen ersten Halbjahr eine Erholung einsetzte, verzeichnete Bayer im Teilkonzern HealthCare ein stagnierendes Pharmageschäft. Schwierige Marktbedingungen im Zusammenhang mit den Reformen im Gesundheitswesen in vielen Ländern sowie zunehmend stärker werdende Konkurrenz bei Nachahmerprodukten insbesondere beim Verhütungsmittel Yaz in den USA waren der Grund dafür, wie Dekkers sagte. “Mit den aktuellen Herausforderungen – vor allem bei HealthCare und CropScience – werden wir uns intensiv befassen müssen”, sagte Dekkers, der jedoch langfristig “sehr gute Perspektiven” für die Bayer-Geschäfte insgesamt sieht. Beide Teilkonzerne litten derzeit unter Umsatz- und Margendruck. Hoffnungen würden dabei in ein Gerinnungsmittel, eine Studie für ein neues Medikament zur Prävention von Schlaganfällen bei Patienten mit Vorhofflimmern sowie in ein Krebsmittel gesetzt. Für die Kunststoffsparte rechnet Bayer mit einer schnelleren Erholung erholt als erwartet. Dabei gewinne vor allem China weiter an Bedeutung als Abnehmermarkt. Für den Gesamtkonzern wurde der Ausblick bestätigt. Für 2010 prognostiziert Bayer ein währungs- und portfoliobereinigtes Umsatzwachstum von mehr als fünf Prozent. Das operative Ergebnis vor Sonderposten soll auf mehr als sieben Milliarden Euro steigen. Nach drei Quartalen hat Bayer davon bereits 5,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. An der Börse war die Bayer-Aktie einer der wenigen DAX-Titel im Minus und gab bis zum frühen Nachmittag gut ein Prozent ab. dapd |
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