WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

14:54 | 29.07.2010
Bayer steigert Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal

Leverkusen (ddp). Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat im zweiten Quartal 2010 erneut ein Umsatz- und Ergebnisplus erzielt. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Leverkusen mitteilte, stiegen die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 14,6 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte entspreche dies einem Plus von 9,2 Prozent. Die einzelnen Bereiche entwickelten sich unterschiedlich. Für die Gesundheits- und Agrochemiesparten senkte Bayer die Prognosen.

Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich den Angaben zufolge um 8,6 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Hierzu hätten vor allem der erfreuliche Geschäftsverlauf bei den Sparten MaterialScience und Consumer Health sowie positive Währungseffekte beigetragen. Das operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen habe um 14,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zugenommen.

Laut Bayer war das zweite Quartal durch Sondereinflüsse von insgesamt minus 255 Millionen Euro belastet. Im Einzelnen seien dies minus 123 Millionen Euro aus Rechtsfällen in den Sparten HealthCare und CropScience und minus 132 Millionen Euro aus der außerplanmäßigen Teilabschreibung eines Krebsmedikaments. Unter Berücksichtigung der Sondereinflüsse habe sich das Ebit um 1,6 Prozent auf 1,0 Milliarden Euro verringert. Das Konzernergebnis sei von 532 Millionen Euro im Vorjahr auf 525 Millionen Euro zurückgegangen.

Seine Prognose für das laufende Jahr bekräftigte Bayer. Für das Ebitda vor Sondereinflüssen plant der Konzern weiter mit einer Steigerung auf mehr als sieben Milliarden Euro. Beim Umsatz erwartet Bayer weiterhin einen währungs- und portfoliobereinigten Anstieg um mehr als fünf Prozent.

Für den wichtigsten Teilkonzern HealthCare zeigt sich Bayer nun für das Gesamtjahr pessimistischer. In den USA habe ein generischer Wettbewerber für das Verhütungsmittel «Yaz» die Verkaufszahlen belastet. Daher rechnet Bayer 2010 nur noch mit einem «leichten» Umsatzanstieg auf währungs- und portfoliobereinigter Basis (zuvor: plus drei Prozent). Das Ebitda vor Sonderposten soll nun im Gesundheitsgeschäft auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Zuvor war Bayer von einer Steigerung ausgegangen.

Auch für das Agrochemiegeschäft Bayer CropScience senkte der Konzern die Prognose. Grund dafür seien ungünstige Witterungs- und Marktbedingungen. Nun erwartet der Konzern in diesem Bereich einen «leichten» Rückgang beim bereinigten Umsatz (zuvor: plus 2 bis 3 Prozent) und ein Ebitda vor Sonderposten «erheblich» unter Vorjahresniveau (zuvor auf dem Niveau des Vorjahres).

Bei der im vergangenen Jahr durch die Rezession besonders gebeutelten Kunststoffsparte MaterialScience geht Bayer dagegen weiter von einer kräftigen Erholung aus. Der Umsatz soll währungs- und portfoliobereinigt in einer Größenordnung von 20 Prozent wachsen, das bereinigte Ebitda soll mehr als verdoppelt werden.

Für das Gesamtjahr kündigte Vorstandschef Werner Wenning an, die Ausgabe für Forschung und Entwicklung stärker als geplant zu erhöhen. Er rechne «mit Forschungs- und Entwicklungsausgaben (FE) auf dem Rekordniveau von etwa 3,1 Milliarden Euro», sagte Wenning. Bisher seien für 2010 rund 2,9 Milliarden Europa an Forschungsausgaben geplant gewesen. Allein im Bereich HealthCare hatte Bayer die FE-Kosten im zweiten Quartal um 13,9 Prozent angehoben.

Der Kurs der Bayer-Aktie stieg nach Bekanntwerden der Quartalszahlen um gut 1,1 Prozent an.

ddp


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