WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

18:55 | 15.10.2008
Behinderungen im ICE-Verkehr der Deutschen Bahn

Berlin/Dresden (ddp). Im ICE-Verkehr der Deutschen Bahn wird es
derzeit eng. Nach dem Unfall eines Zuges in Köln im Juli muss die
Bahn seit Dienstag ihre Züge öfter untersuchen lassen, wie ein
Sprecher den ddp/Dow Jones Wirtschaftsnachrichten am Mittwoch in
Berlin sagte. Hintergrund sei eine Auflage des Eisenbahnbundesamtes.
So seien die Wartungsintervalle, innerhalb derer die Radsätze per
Ultraschall untersucht würden, von 60 000 auf 30 000 Kilometer
verringert worden. Zwar würden dadurch keine Züge ausfallen, aber die
Zuglänge werde verkürzt, erläuterte der Sprecher.

Das Eisenbahnbundesamt bestätigte auf Anfrage die zusätzlichen
Ultraschalluntersuchungen an Fahrwerken von ICE-Zügen sowie die
Verkürzung der Prüfzyklen. Das gelte für ICE der dritten Generation,
von denen die Deutsche Bahn 67 Züge im Dienst hat. Betroffen von den
Behinderungen sind der Bahn zufolge die Verbindungen
Hamburg-Leipzig-München und Leipzig-Frankfurt sowie Stuttgart-Zürich
und Dortmund-Wien. Dort müsse «mit erheblichen Überbesetzungen»
gerechnet werden. Die Störungen könnten noch einige Tage andauern,
hieß es dazu.

Seit Mittwoch ist es im ICE-Verkehr zudem in Sachsen zu Störungen
gekommen. Dresden werde zurzeit überhaupt nicht von ICE-Zügen
angesteuert, die Hochgeschwindigkeitszüge von und nach Frankfurt am
Main endeten in Leipzig, teilte die Bahn mit. Zwischen Leipzig und
Dresden würden Ersatzzüge eingesetzt, Fernreisende müssten umsteigen.
Eine Bahnsprecherin sprach von einem Fahrzeugengpass, ohne jedoch
nähere Angaben zu den genaueren Gründen zu machen.

Bei dem Unfall am 9. Juli in Köln war ein ICE 3 wegen einer
defekten Radsatzwelle aus den Schienen gesprungen. Personen waren
nicht zu schaden gekommen. Daraufhin rief die Bahn fast alle Züge der
Baureihe zur Überprüfung in die Werkstätten. Es kam zu zahlreichen
Zugausfällen, von denen Zehntausende Bahnkunden betroffen waren.

(ddp)


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