WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

19:23 | 24.02.2011
Benzinpreis springt um drei Cent auf 1,53 Euro pro Liter

London/Hamburg (dapd). Als Folge der Libyen-Krise ist der Preis für Superbenzin am Donnerstag um drei Cent auf 1,53 Euro pro Liter gestiegen. Diesel kostete im Bundesschnitt 1,43 Euro pro Liter, auch drei Cent mehr als am Vortag, wie ein Aral-Sprecher mitteilte. Damit nähern sich die Spritpreise den Rekordhöhen aus dem Juli 2008, als bis zu 1,60 Euro pro Liter Super bezahlt wurden. Die EU ist inzwischen in Sorge, weil die hohen Energiepreise die Inflation anheizen könnten.

Auch der Heizölpreis stieg mitten in der Februar-Kältewelle weiter, nachdem Ende voriger Woche schon teure 81 Cent pro Liter erreicht worden waren. Die Ölproduktion in Libyen wurde nach der Flucht zahlreicher Ölarbeiter praktisch gestoppt. Nach Angaben des italienischen Eni-Konzerns fehlen auf dem Weltmarkt 1,2 Millionen Barrel pro Tag aus Libyen.

Ein Barrel (159 Liter) der für Europa wichtigsten Öl-Sorte Brent notierte in London am Donnerstag zeitweise bei fast 117 Dollar, ehe der Preis wieder auf 114 Dollar nachgab. Da ist immer noch der höchste Stand seit September 2008. An der New Yorker Rohstoffbörse stieg der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 3,55 Dollar auf 101,65 Dollar. Innerhalb einer Woche wurde Öl um 20 Prozent teurer.

Viele internationale Ölkonzerne haben ihr Personal aus Libyen abgezogen und die Förderung eingestellt. Die Energiekonzerne Eni und Repsol hatten am Dienstag ihre Quellen weitgehend geschlossen, die deutsche BASF-Tochter Wintershall kurz danach, auch die französische Total dreht den Hahn zu.

Libyen ist einer der größten Erdölproduzenten der Welt und hat mit 5,7 Milliarden Tonnen die größten Reserven in Afrika. Libysches Öl gilt als sehr hochwertig, viel davon wird nach Europa exportiert. Libyen ist der fünftwichtigste Lieferant von Rohöl für Deutschland.

Händler begründeten den drastischen Anstieg auch mit der Sorge, die Proteste könnten auf weitere wichtige Öl-Lieferanten im Nahen Osten übergreifen. Allerdings bestehe selbst bei einem Totalausfall Libyens nicht die Gefahr von Lieferengpässen. Der größte Produzent der Region, Saudi-Arabien, hat nach eigenen Angaben noch große freie Förderreserven und könnte jederzeit mehr Öl pumpen.

Die Explosion des Ölpreises beunruhigt die EU-Kommission. Die Krise könne so die ohnehin steigende Inflation weiter anheizen, die vor allem auf höhere Energiepreise zurückgehe. Die Ölpreisentwicklung “kann einen negativen Effekt haben”, sagte ein Sprecher von EU-Finanzkommissar Olli Rehn in Brüssel. “Wir sind besorgt.”

dapd


NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unsere
Financial.de-Newsletter:
- Daily
- Weekly

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

22:35 Uhr | 23.10.2020
ROUNDUP/Aktien New York Schluss: ...


22:21 Uhr | 23.10.2020
Aktien New York Schluss: Wenig ...


22:03 Uhr | 23.10.2020
US-Wahl: Biden verspricht ...


21:58 Uhr | 23.10.2020
Trump wirft Äthiopien bei ...


21:54 Uhr | 23.10.2020
Lettland verschärft Corona-Regeln