WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

7:41 | 22.10.2008
Bundeswirtschaftsministerium will europäische Ratingagentur aufbauen

Düsseldorf (ddp). Angesichts der globalen Finanzmarktkrise fordert
das Bundeswirtschaftsministerium offenbar den Aufbau einer
europäischen Ratingagentur. In einem Strategiepapier des
Ministeriums, das der «Wirtschaftswoche» nach eigenen Angaben vom
Dienstagabend vorliegt, heißt es, die führenden Ratingagenturen
hätten durch «fehlerhafte Ratings wesentlich» zu der aktuellen
Finanzmarktkrise beigetragen. Das gelte vor allem für strukturierte
Finanzmarktprodukte. Daher sähen sich die Ratingagenturen «mit einem
erheblichen Glaubwürdigkeitsverlust konfrontiert». Grundsätzlich
müsse daher überlegt werden, «ob und wie eine europäische Alternative
aufgebaut werde könnte».

Konkret schlägt das Ministerium vor, das Datenmaterial der
europäischen Notenbanken für den Aufbau einer europäischen
Ratingagentur zu nutzen. «Das Know-How der Notenbanken könnte der
Nukleus einer Europäischen Ratingagentur sein», heißt es laut Magazin
in dem Papier.

Im Zentrum einer solchen Ratingagentur sieht das Ministerium dabei
die Deutsche Bundesbank. Diese und die französische Notenbank seien
bereits damit beschäftigt, die Bonität von Unternehmen zu bewerten,
da sie «die von den Geschäftsbanken im Zuge ihrer Refinanzierung
eingereichten Sicherheiten» ohnehin bereits prüften. Möglicherweise
gelte das auch für die spanische und die italienische Zentralbank.
Die Bundesbank verfüge aus dieser Tätigkeit über langjährige
Datenreihen eines «modularen Ratingverfahrens für Unternehmen», heißt
es in dem Papier. Aus dem Datenmaterial der Notenbanken könnte so
«stufenweise» eine unabhängige und «komplette Ratingagentur»
aufgebaut werden.

(ddp)


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