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Chefvolkswirt Mayer: Staatspleite im Euroraum muss verhindert werden
Köln (ddp). Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands hätte nach
Ansicht des Chefvolkswirts der Deutschen Bank, Thomas Mayer,
gravierende Auswirkungen auf die Eurozone wie auch auf die
Geschäftsbanken. Mayer sagte am Samstag im Deutschlandfunk, im Falle
einer Insolvenz Griechenlands würde eine ähnliche Situation
eintreten wie damals bei der Pleite der US-Bank Lehman Brothers. Dann
müssten die Banken um ihr Ãberleben kämpfen und der Staat mit
Kapital einspringen.
Nach Angaben Mayers summieren sich die ausstehenden Kredite für
Griechenland auf rund 45 Milliarden Euro. Dies sei «nicht
unerheblich». Ein Zahlungsausfall Griechenlands beinhalte aber vor
allem eine «Ansteckungsgefahr» für andere Länder der Eurozone,
die ebenfalls mit groÃen Haushaltsproblemen in Verbindung gebracht
würden wie Portugel, Italien und Spanien. Hier summierten sich die
AuÃenstände auf über 520 Milliarden Euro. Mayer betonte, wenn da
Abschreibungsbedarf bestünde, «hätten wir ein echtes Problem».
Der Chefvolkswirt sprach sich für die Gründung eines
europäischen Währungsfonds aus, um eine mögliche Staatspleite im
Euroraum kontrolliert abzuwickeln. Die Währungsunion verfüge bisher
nicht über ein solches Institut zum Krisenmanagement und habe
insofern «einen Defekt». Mayer betonte, die Euro-Währungsunion sei
eine Schicksalsgemeinschaft. Es müsse alles getan werden, um eine
Staatspleite im Euroraum zu verhindern. Gleichwohl müsse man sich
für einen solchen Fall wappnen. Ein unkontrollierter Bankrott wäre
«sehr teuer».
(ddp)
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