WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

15:34 | 27.03.2009
Commerzbank bündelt toxische Vermögenswerte in neuer Einheit

Frankfurt/Main (ddp). Die Commerzbank hat ihre sogenannten
toxischen Vermögenswerte in einer neuen Geschäftseinheit
zusammengefasst. Die von der alten Commerzbank und der übernommenen
Dresdner Bank gehaltenen forderungsbesicherten Wertpapiere mit einem
Marktwert von 55,4 Milliarden Euro wurden an die dafür gebildete
«Divisional Restructuring Unit» übertragen, wie aus dem am Freitag
veröffentlichten Geschäftsbericht der Commerzbank hervorgeht. Von der
alten Commerzbank stammen danach Papiere, die im Dezember einen
Marktwert von 15,5 Milliarden Euro hatten, von der Dresdner Bank sind
es Papiere im Wert von 39,9 Milliarden Euro.

Dem Bericht zufolge ist es wegen der «äußerst heftigen
Marktbewegungen und des generell sehr volatilen Umfelds» für eine
seriöse Ergebnisprognose für 2009 weiterhin zu früh. Bereits absehbar
ist für das zweitgrößte deutsche Geldinstitut, dass der
Zinsüberschuss 2009 steigt. Inklusive der übernommenen Dresdner Bank
sollten auch die Verwaltungskosten zulegen.

Die Integration der Dresdner Bank, die die Commerzbank von der
Allianz für 4,7 Milliarden Euro übernommen hatte, wird der
Commerzbank in diesem Jahr rund 2 Milliarden Euro
Restrukturierungskosten bescheren. Den Angaben zufolge haben beide
Institute 2008 zusammen einen Nettoverlust von 6,57 Milliarden Euro
verbucht.

Mitte Februar hatte das Kreditinstitut bereits mitgeteilt, dass
das Konzernergebnis der Commerzbank (ohne Dresdner Bank) nach
Anteilen Dritter im vergangenen Jahr drei Millionen Euro betrug. 2007
hatte der Konzernüberschuss nach Anteilen Dritter noch bei 1,9
Milliarden Euro gelegen. «Das Jahr 2008 war von den Auswirkungen der
Finanzmarktkrise geprägt. Dennoch haben wir wichtige Schritte
unternommen, um unsere Position zu verbessern», wird Vortandssprecher
Martin Blessing im Geschäftsbericht zitiert.

Wegen der vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin)
verlangten Gehaltsdeckelung lag die Vorstandsvergütung für 2008 mit
insgesamt 4,3 Millionen Euro um rund 65 Prozent unter dem Vorjahr.
Darin enthalten sind Bezüge des Vorstandssprechers in Höhe von 500
000 Euro. Die übrigen sieben Mitglieder des Vorstands erhielten je
480 000 Euro. Rund 880 000 Euro entfielen auf inzwischen
ausgeschiedene Vorstandsmitglieder.

Im Januar hatte die ins Straucheln geratene Commerzbank eine
weitere Finanzspritze vom SoFFin im Umfang von zehn Milliarden Euro
erhalten. Dadurch war sie zugleich zu gut einem Viertel verstaatlicht
worden. Insgesamt unterstützt der Bund den DAX-Konzern mit 18,2
Milliarden Euro.

Am Aktienmarkt setzte die Commerzbank-Aktie ihre Kurserholung der
vergangenen Tage fort und legte bis gegen 15.00 Uhr um rund 5 Prozent
auf 4,27 Euro zu.

(ddp)


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