14:58 | 27.01.2009
Creditreform erwartet bis zu 1700 Firmenpleiten in Berlin
Berlin (ddp-bln). Der Wirtschaftsinformationsdienst Creditreform
erwartet dieses Jahr in Berlin bis zu 1700 Unternehmensinsolvenzen.
«2009 wird für die gesamte Wirtschaft ein schwieriges Rezessionsjahr
werden», teilte Pressesprecher Hans-Ulrich Fitz am Dienstag mit.
Die meisten Unternehmen müssten ihre Geschäftserwartungen deutlich
nach unten revidieren. Überdies werde sich die Finanzierungssituation
der Firmen verschlechtern, fügte Fitz hinzu. Creditreform
prognostizierte außerdem einen Anstieg der Forderungsausfälle.
Darüber hinaus würden sich Kreditversicherer aus Teilen des Marktes
ganz oder teilweise zurückziehen.
«Vielen bonitätsschwachen Unternehmen wird die geringere
Nachfrage, gepaart mit einer eingeschränkten Kreditvergabe,
Schwierigkeiten bereiten», hieß es weiter. Schon jetzt befürchteten
38 Prozent der von Creditreform im November 2008 befragten
Unternehmen, dass sie künftig keine Kredite mehr erhalten würden.
Nach Einschätzung von Creditreform wird die gesamte Autobranche
samt Zulieferbetrieben und Kfz-Händlern den Wirtschaftsabschwung
besonders deutlich spüren. Merklich steigende Insolvenzzahlen
erwartet Fitz auch in der Transport- und Logistikwirtschaft sowie in
vielen unternehmensnahen Dienstleistungsbereichen, Call Centern und
Personalservice-Agenturen. Besser seien die Aussichten für den Hoch-
und Anlagenbau sowie die Elektroinstallationsbranche.
Von der Insolvenz ihres Arbeitgebers werden nach Schätzungen von
Creditreform in Berlin 26 000 Beschäftigte betroffen sein. Bei einer
«Großpleite» könnte diese Zahl noch höher ausfallen.
Die Unternehmenspleiten in Berlin sind nach Angaben von
Creditreform bereits im Jahr 2008 um 3,5 Prozent gegenüber dem
Vorjahr auf 1480 Fälle gestiegen.
(ddp)
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