12:32 | 18.03.2010
Deutsche Bahn bestätigt Interesse an britischer Arriva
Berlin (ddp). Die Deutsche Bahn ist an einer Übernahme des
britischen Bus- und Bahnunternehmens Arriva interessiert. Man sei an
Arriva wegen eines möglichen Barangebots herangetreten, sagte ein
Sprecher am Donnerstag in Berlin der Nachrichtenagentur ddp und
bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Den Berichten zufolge
hat die Offerte ein Volumen von zwei Milliarden Euro. Diese Zahl
wollte der Sprecher nicht bestätigten. Zu weiteren Details wollte er
sich ebenfalls nicht äußern. Mit rund 44 000 Beschäftigten ist Arriva
in zwölf europäischen Ländern aktiv, auch in Deutschland.
Arriva hatte bereits am Mittwoch bestätigt, dass sie wegen einer
Übernahme kontaktiert worden sei, den Namen des Interessenten
allerdings nicht genannt. Aus Sicht von Arriva ist das Gebot
unerwünscht. Erst vor wenigen Wochen waren Gespräche zwischen Arriva
und dem französischen staatlichen Bahnkonzern SNCF über eine Fusion
mit dem Verkehrsunternehmen Keolis gescheitert. Zu den Gründen wollte
sich Arriva seinerzeit nicht äußern. Die Briten wollen in Europa
weiter wachsen und von der fortschreitenden Liberalisierung im
Beförderungsmarkt profitieren.
Begonnen worden sind Gespräche über einen Einstieg bei Arriva den
Berichten zufolge bereits von Grubers Vorgänger Hartmut Mehdorn. Das
britische Unternehmen ist eine der größten privaten
Transportgesellschaften in Europa. Nach Angaben aus Bahnkreisen wäre
bei einem Kauf von Arriva allerdings mit Einwänden des
Bundeskartellamtes zu rechnen, heißt es in Medienberichten weiter.
Man müsse sich darauf einstellen, dass das Kartellamt verlange, die
deutschen Bahn- und Buslinien von Arriva nicht zu übernehmen, sondern
an andere Betreiber abzugeben. Sonst wäre der Wettbewerb beim
öffentlichen Verkehr gefährdet. Arriva betreibt von Bayern bis
Hamburg zahlreiche Buslinien und Regionalzüge und beschäftigt rund
3500 Menschen in Deutschland.
(ddp)
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