17:04 | 01.03.2010
Deutsche Börse schafft den Parketthandel ab
Frankfurt/Main (ddp.djn). Die Deutsche Börse wird den
Parketthandel in Frankfurt abschaffen und das auch an anderen
Regionalbörsen genutzte Computerprogramm Xontro durch das
elektronische Handelssystem Xetra ersetzen. Der Börsenrat der
Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) habe die Einstellung des Handels
spätestens zum 28. März 2012 beschlossen, teilte die Deutsche Börse
AG am Montag in Frankfurt mit.
«Mit dem Beschluss gewährleisten wir, dass die FWB ihre
volkswirtschaftliche Funktion als Börse auch in Zukunft unter
erheblich veränderten Marktverhältnissen optimal erfüllen kann»,
sagte der Vorsitzender des Börsenrates, Lutz Raettig.
Der Börsenrat begrüßt den Angaben zufolge die Initiative der
Skontroführer, den Präsenzhandel einvernehmlich bereits vor dem 28.
März 2012 zu beenden. Sobald ein reibungsloser Übergang auf das
Spezialistenmodell gewährleistet sei, werde der Börsenrat über eine
vorzeitige Einstellung des Präsenzhandels beraten.
An Stelle der bislang im öffentlich-rechtlichen Auftrag tätigen
Skontroführer sollen zukünftig so genannte Spezialisten für
ausreichend Liquidität sorgen. Diese arbeiteten dann auf Basis eines
privatrechtlichen Vertrags mit der Deutschen Börse. Der Handelssaal
bleibt weiterhin offen, da auch für die Xetra-Spezialisten eine
Präsenzpflicht im Handelssaal gelte.
Neben der Frankfurter Wertpapierbörse arbeiten auch die
Regionalbörsen in Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Stuttgart
und München mit Xontro. Die übrigen Regionalbörsen würden dies auch
weiterhin tun, sagte Michael Hamke, Geschäftsführer des
Xontro-Betreibers BrainTrade Gesellschaft für Börsensysteme, zu Dow
Jones Newswires.
(ddp)
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