14:06 | 05.02.2010
Deutsche Produktion im Dezember wider Erwarten eingebrochen
Berlin (ddp.djn). Die Produktion im produzierenden Gewerbe
Deutschlands ist im Dezember unerwartet eingebrochen. Die Erzeugung
fiel preis- und saisonbereinigt um 2,6 Prozent gegenüber dem
Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag auf der
Basis vorläufiger Daten mitteilte. Im November hatte sich die
Produktion um 0,7 Prozent erhöht. Bankvolkswirte hatten eine
Fortsetzung der Erholung erwartet und einen Anstieg der Produktion um
0,5 Prozent vorausgesagt.
Zum Jahresende habe die Produktion im produzierenden Gewerbe den
Schwung aus den beiden Vorquartalen verloren, kommentierte das
Ministerium. Eine positive Tendenz sei aktuell noch im
Quartalsvergleich erkennbar. Insgesamt erhöhte sich die Produktion im
vierten Quartal um 0,3 Prozent zum Vorquartal. «Mit Blick auf die
abgeschwächte Dynamik bei den Auftragseingängen sind absehbar
geringere Produktionsimpulse zu erwarten», erklärte das Ministerium
weiter. Dennoch zeigten sich die Unternehmen in jüngsten Umfragen
weiter überwiegend zuversichtlich.
Bereits am Donnerstag war bekanntgeworden, dass die deutsche
Industrie im Dezember weniger Aufträge verzeichnet hat als im
November und sich damit überraschend schwach entwickelt hat. Die am
Donnerstag veröffentlichen Auftragsdaten hätten bereits erahnen
lassen, dass die Industrie im Dezember enttäuscht haben könnte,
kommentierte Postbank-Experte Thilo Heidrich die Daten.
«Produktionsseitig zeichnet sich damit kein gutes viertes Quartal
ab», stellte Heidrich fest. Im Schlussquartal 2009 habe es lediglich
im Oktober einen leichten Anstieg gegeben. «In den kommenden Monaten
dürfte sich dennoch ein positiver, wenn auch von hoher Volatilität
geprägter Trend einstellen. So nährte jüngst der
Ifo-Geschäftsklimaindex die Hoffnung, dass weitere Anstiege der
Produktion bevorstehen», resümierte Heidrich.
(ddp)
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