17:55 | 22.04.2010
Deutschland prüft Bestellungen des neuen Militär-Airbus A400M
Berlin (ddp). Deutschland will die Zahl der bestellten
Militärtransportflugzeuge A400M möglicherweise reduzieren und zudem
deren Ausstattung abspecken. «Eine geringfügige Anpassung der
Stückzahl ist eine Option», sagte ein Sprecher des
Verteidigungsministeriums am Donnerstag auf ddp-Anfrage in Berlin.
Zudem könnte auf die volle Tiefflugfähigkeit verzichtet werden, wenn
es nicht zu einer Aufstockung der Haushaltsmittel komme. Eine
Entscheidung darüber sei aber offen.
Airbus hatte sich 2003 gegenüber den sieben Bestellnationen
Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Luxemburg, Spanien
und Türkei verpflichtet, 180 Maschinen zu einem Festpreis von 20
Milliarden Euro auszuliefern. Das gesamte Entwicklungsprogramm für
den europäischen Militärtransporter kam jedoch drei Jahre in Verzug
und verursachte Mehrkosten von 5,2 Milliarden Euro. Auf Deutschland,
das 60 Maschinen abnehmen will, wären das Mehrkosten von 650
Millionen Euro.
«Eine haushaltsneutrale Umsetzung des Mehrbedarfs soll für den
deutschen Programmanteil überwiegend durch eine Reduzierung der
Stückzahl sowie durch den Verzicht auf das technische
Ausrüstungspaket vollautomatisches Tiefflugführungssystem» erreicht
werden, heißt es in einem Dokument des
Bundesverteidigungsministeriums, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones
Newswires berichtete. Der Sprecher sagte, dies sei «nur eine Option».
Deutschland hatte vom A400M ursprünglich 73 Flugzeuge bestellt,
diese Order jedoch auf 60 Maschinen für gut acht Milliarden Euro
reduziert. Der Flugzeugpreis soll einer vertraglichen sogenannten
Preisgleitklausel unterliegen. Im Dezember 2009 hatte der A400M
seinen Jungfernflug. Die Auslieferung des ersten Militär-Airbus an
Deutschland ist für November 2014 vorgesehen.
(ddp)
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