WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

11:57 | 08.11.2008
“Die Struktur unseres Angebots bietet Ansatzpunkte”

Ulm (ddp). Kurz vor den entscheidenden Tarifverhandlungen ist
Arbeitgeber-Präsident Martin Kannegiesser vorsichtig optimistisch,
dass der Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie in der
kommenden Woche gelöst werden kann. Grundsätzlich erscheine das
«nicht als unmöglich», sagte der Gesamtmetall-Chef der «Südwest
Presse» (Samstagausgabe). Auf der Basis des ersten Angebots von 2,1
Prozent Lohnerhöhung 2009 und einer Einmalzahlung für November und
Dezember 2008 solle verhandelt werden. «Die Struktur unseres Angebots
bietet Ansatzpunkte», sagte Kannegiesser. Am Dienstag wollen die
Tarifpartner im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg weiter
nach einer Lösung für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche
suchen.

Derweil signalisierte IG-Metall-Chef Berthold Huber Entgegenkommen
und bot den Arbeitgebern längere Laufzeiten für einen Tarifvertrag
an. Wenn die Lohnzahl stimme, «hätte die IG Metall kein Problem damit
»über 18 oder gar 20 Monate abzuschließen«, sagte Huber der
»Wirtschaftswoche« laut einem Vorabbericht vom Samstag. Er verstehe,
dass die Betriebe Planungssicherheit bräuchten.

Huber beharrte dem Bericht zufolge zwar auf der
Acht-Prozent-Forderung der IG Metall, räumte aber ein, dass sich die
wirtschaftliche Lage verschlechtert habe, seitdem die Gewerkschaft
diese Forderung beschlossen hat. Der Tarifabschluss werde daher
»Atmungsmöglichkeiten« enthalten. Unternehmen, die wegen der
Wirtschaftskrise in Schwierigkeiten gerieten, bot Huber betriebliche
Sonderlösungen an. Die IG Metall sei »unter bestimmten
Voraussetzungen zu einzelbetrieblichen Abweichungen« vom Flächentarif
bereit. »Denkbar sind zum Beispiel temporäre Arbeitszeitverkürzungen
ohne Lohnausgleich«, sagte Huber.

Sollte es jedoch bei dem bisherigen Angebot der Arbeitgeber
bleiben, »müssen wir am Dienstag gar nicht mehr weiterreden«, warnte
Huber. Komme es am Dienstag zu keiner Einigung, werde der
IG-Metall-Vorstand am Mittwoch das Scheitern der Verhandlungen
beschließen und am Donnerstag die Urabstimmung einleiten. Huber: »Am
darauffolgenden Montag beginnt dann der Arbeitskampf.”

(ddp)


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