12:57 | 11.09.2008
Elektroindustrie setzt auf überdurchschnittliches Umsatzwachstum
Trotz der konjunkturellen Eintrübung blickt die deutsche
Elektroindustrie optimistisch in die Zukunft. In diesem Jahr werde
ein Umsatzwachstum von rund vier Prozent erwartet, sagte der
Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik- und
Elektronikindustrie (ZVEI), Friedhelm Loh, am Donnerstag in Berlin.
Damit würde die Branche etwa doppelt so stark wachsen wie die
deutsche Gesamtwirtschaft. Auch 2009 solle sich dieser Trend mit
einem angestrebten Umsatzplus von zwei bis drei Prozent fortsetzen.
Erwartet werde dann ein Erlös von mehr als 190 Milliarden Euro.
Die Zahl der Beschäftigten in der Elektrobranche wird
Verbandsschätzungen zufolge im kommenden Jahr konstant bleiben. Seit
Anfang 2007 waren in der Elektroindustrie laut Loh 22 000 neue
Arbeitsplätze entstanden. Zur Jahresmitte 2008 waren damit über 824
000 Menschen in der Branche tätig.
Trotz des positiven Ausblicks sei jedoch nicht zu leugnen, dass
die Luft auch für die Elektrobranche dünner werde, sagte Loh weiter.
Grund sei neben der sich eintrübenden Konjunktur der starke Anstieg
der Rohstoffpreise sowie der nach wie vor starke Euro. Zudem herrsche
auf den internationalen Märkten ein enormer Preisdruck.
Allerdings böten Klimawandel und hohe Energiekosten der
Elektroindustrie “beachtliche Zukunftschancen”, sagte Loh und sprach
sich erneut für eine staatlich Förderung klimafreundlicher
Technologien, wie energieeffizienter Kühlschränke, aus. Nach
Verbandsangaben könnten in Deutschland rund 40 Prozent des
Stromverbrauchs aller privaten Haushalte eingespart werden, wenn
bereits verfügbare energieeffiziente Technologien konsequenter
eingesetzt würden.
Auf diese Weise ließen sich pro Jahr rund 60 Milliarden
Kilowattstunden Stromverbrauch durch Industrieantriebe, Beleuchtungen
und Hausgeräte sparen und damit 37 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß
vermeiden, erklärte der Verband. Das entspreche der Leistung von 24
Kraftwerksblöcken mit jeweils 400 Megawatt.
(ddp)
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