WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

15:26 | 10.03.2010
E.ON gibt nach Gewinnrückgang vorsichtigen Ausblick

Düsseldorf (ddp). Der größte deutsche Energiekonzern E.ON hat im
Krisenjahr 2009 einen Gewinnrückgang verzeichnet. Wie das
DAX-Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte, fiel der Umsatz
gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf knapp 82 Milliarden Euro. Das
bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um 2,3 Prozent
auf 9,65 Milliarden Euro gefallen und der bereinigte
Konzernüberschuss habe sich um 4,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro
verringert. Die Dividende soll jedoch wie im Vorjahr 1,50 Euro je
Aktie betragen.

Der Umsatzrückgang war den Angaben zufolge wesentlich bedingt
durch gesunkene Preise im Gashandelsgeschäft und den rückläufigen
Gasabsatz, Währungsumrechnungseffekten sowie geringere
Erzeugungsmengen aus Kern- und Wasserkraftwerken bei E.ON Nordic.

Im laufenden Jahr will E.ON sein Ergebnis stabil halten. Aufgrund
der Wirtschaftskrise sei die Prognose für 2010 von ähnlichen
Unsicherheiten geprägt wie bereits die Prognose für das Vorjahr. Auch
für den bereinigten Konzernüberschuss erwartet der Konzern einen Wert
auf Vorjahresniveau.

Rund die Hälfte des bereinigten Ebit im Jahr 2009 trug die
Stromerzeugung in Mitteleuropa bei, teilte das Unternehmen weiter
mit. Die Sparte Central Europe habe ihr Ergebnis um knapp 100
Millionen Euro auf 4,8 Milliarden Euro gesteigert. Die Gassparte habe
dagegen einen Gewinnrückgang um 33 Prozent verzeichnet. Als Gründe
nannte das Unternehmen den Absatzrückgang und geringere Margen im
Handelsgeschäft. Auch in Großbritannien verdiente E.ON 2009 rund 30
Prozent weniger, was der Konzern auf Preiseffekte zurückführte. In
den USA sei das Geschäft nur etwas schlechter als 2008 gelaufen, hieß
es weiter.

Zur weiteren Entwicklung des Konzerns machte der noch amtierende
Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat auf der Bilanzpressekonferenz
keine Angaben. Aufgrund von Unsicherheiten hinsichtlich weiterer
Auswirkungen der Finanzkrise sei die Entwicklung im kommenden Jahr
Jahr nicht zu prognostizieren. Doch für den Sommer dieses Jahres
kündigte Bernotat an, dass sein designierter Nachfolger Johannes
Teyssen einen Ausblick auf die Zukunft geben werde. Teyssen werde
dann seine der Vorstellungen der strategischen Weiterentwicklung
präsentieren und neue Ziele für die Zeit nach 2010 setzen.

Bernotat wird sein Amt mit Ablauf seines Vertrages Ende April an
Teyssen übergeben. Er steht seit Mai 2003 an der Spitze des
Unternehmens. Teyssen, der seit 2004 im Vorstand von E.ON sitzt und
momentan für das operative Geschäft zuständig ist, wurde im August
zum Nachfolger von Bernotat bestimmt.

Mit den Ergebnissen lag E.ON unter den Erwartungen von Analysten.
Diese hatten geringere Rückgänge prognostiziert. Trotz der von den
Beobachtern als «enttäuschend» bezeichneten Zahlen stiegen die
E.ON-Aktien um 0,9 Prozent auf 27,13 Euro und schlugen sich damit
besser als der DAX.

(ddp)


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