6:37 | 08.12.2008
Erster Fernzug über die Ostbahn-Strecke trifft in Berlin ein
Frankfurt (Oder) (ddp-lbg). Auf der alten preußischen Ostbahn von
Berlin über Küstrin ins heutige Polen wird ab dem Wochenende erstmals
nach Jahrzehnten wieder ein regelmäßiger Fernzug verkehren. Zum
Fahrplanwechsel am Sonntag trifft der erste Nachtzug auf der Strecke
Warschau-Bydgoszcz (Bromberg)-Gorzow (Landsberg)-Berlin um 8.06 Uhr
am Bahnhof Lichtenberg ein, wie die Interessengemeinschaft Eisenbahn
Berlin-Gorzow (IGOB) ankündigte. Zur öffentlichen Begrüßung und einem
kleinen Empfang werden auch Vertreter der PKP Intercity AG erwartet,
die die Verbindung betreiben wird.
Das nach dem polnischen Komponisten Stanislaw Moniuszko
(1819-1872) benannte Zugpaar werde täglich in die polnische
Hauptstadt und zurück verkehren, sagte IGOB-Geschäftsführer
Karl-Heinz Boßan. Zusätzlich werde der Zug drei Kurswagen führen, die
Berlin direkt mit Krakow (Krakau), Gdansk/Gdynia (Danzig/Gdingen)
sowie auf der alten Stammstrecke der Ostbahn mit Kaliningrad
(Königsberg) verbinden.
Die 2006 als Vereinigung europäischen Rechts auf Initiative der
Grenzwojewodschaft Lebuser Land und des Brandenburger
Infrastrukturministeriums gegründete IGOB wolle die Vermarktung der
neuen Nachtverbindung in Deutschland unterstützen, hieß es weiter.
Ziel sei, die einjährige Testphase erfolgreich zu bestehen und dann
eine weitere Nachtverbindung Berlin-Gdansk-Gdynia einzurichten.
Die einstige preußische Ostbahn wurde im vergangenen Jahr 150
Jahre alt. Sie führte von Berlin über Landsberg bis nach Königsberg.
Heute verkehren zwischen Berlin und Kostrzyn (Küstrin) stündlich
Regionalbahnen. Zum Fahrplanwechsel werden die langen
Umsteigesteigezeiten in der Grenzstadt zur Weiterfahrt nach Gorzow
nach Angaben des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg auf fünf
Minuten verkürzt.
(ddp)
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