13:00 | 01.10.2008
EU-Kommission verhängt Millionen-Geldbuße gegen Wachskartell
Brüssel (ddp.djn). Die Europäische Kommission hat gegen zehn
Energiekonzerne wegen der Beteiligung an einem Wachskartell eine
Geldbuße von 676 Millionen Euro verhängt. Zu den Bestraften gehöre
auch der deutsche Energiekonzern RWE, der eine Strafe von etwa 37,5
Millionen Euro zahlen muss, erklärten die Brüsseler Wettbewerbshüter
am Mittwoch. Die weiteren Konzerne sind ENI, ExxonMobil, Hansen &
Rosenthal, Tudapetrol, MOL, Repsol, Sasol und Total. Sie haben sich
von 1992 bis 2005 an einem Paraffinwachs-Kartell im Europäischen
Wirtschaftsraum beteiligt und damit gegen das Kartellverbot verstoßen
hatten.
Ein weiteres Kartellmitglied – Shell – sei einer Geldbuße
entgangen, weil das Unternehmen als Kronzeuge die Existenz des
Kartells gegenüber der EU-Kommission aufgedeckt hatte, teilte die
Behörde weiter mit. Sämtlichen Kartellmitgliedern seien
Preisabsprachen in Bezug auf die betroffenen Produkte nachgewiesen
worden. Zudem hätten sich ExxonMobil, MOL, Repsol, Sasol, Shell und
Total Märkte und Abnehmer untereinander aufgeteilt.
«Die Unternehmen hielten regelmäßige Treffen ab, um Preise
abzusprechen, Märkte und/oder Abnehmer untereinander aufzuteilen und
sensible Geschäftsinformationen auszutauschen», teilte die Kommission
mit.
Paraffinwachse werden für die Herstellung einer Vielzahl von
Produkten wie beispielsweise Kerzen, Papier, Chemikalien aber auch
Reifen oder Autoteile verwendet.
(ddp)
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