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Ex-Degussa-Chef Felcht wird neuer Chefaufseher der Deutschen Bahn

Berlin (ddp). Der frühere Degussa-Manager Utz-Hellmuth Felcht soll
neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn werden. Eine
Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums bestätigte am Sonntag auf
ddp-Anfrage entsprechende Medienberichte. Die Personalie soll am
Mittwoch im Bundeskabinett beschlossen werden. Felcht löst Werner
Müller ab, dessen Mandat als Chefaufseher des vom Bund kontrollierten
Konzerns im Frühjahr endet. Der DB-Aufsichtsrat tagt am 24. März.

Laut «Spiegel» hat sich Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bei
der Besetzung des Postens schwer getan. Unter anderen soll Hans-Peter
Keitel, Chef des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), im
Spiel gewesen sein. Er sei aber als früherer Chef des Baukonzerns
Hochtief – einer der größten Auftragnehmer der Bahn – nicht
durchsetzbar gewesen. Ein klares Nein sei von BASF-Chef Jürgen
Hambrecht gekommen.

Unterdessen hat die Bahn nach «Focus»-Informationen trotz
Wirtschaftskrise im Geschäftsjahr 2009 einen Gewinn von etwa 1,8
Milliarden Euro eingefahren. Eingeplant gewesen sei ein nur halb so
hohes Betriebsergebnis. Die DB-Führung sehe in den überraschend guten
Geschäftszahlen «weltweit das beste Ergebnis aller Bahnen in der
Wirtschaftskrise», berichtet das Magazin unter Berufung auf
Aufsichtsratskreise. Allein das Sparprogramm «reACT 09» habe die
Zahlen um 600 Millionen Euro verbessert. Die DB AG wird ihre Bilanz
am 25. März präsentieren.

Wie die «Wirtschaftswoche» berichtet, muss die Bahn auf Druck der
Bundesnetzagentur ihr Preissystem für die Gleise ändern. Die Behörde
verlange bis spätestens zum Fahrplanwechsel im Dezember die
Abschaffung der sogenannten Regionalfaktoren von der verantwortlichen
Bahntochter DB Netz. «Die Regionalfaktoren sind diskriminierend und
sachlich nicht nachvollziehbar», begründete Präsident Matthias Kurth
sein Vorgehen. DB Netz erhebe den Zuschlag auf derzeit 32
Schienennetzen, wodurch sich die Trassenpreise in ländlichen Regionen
für den Schienenpersonennahverkehr teilweise fast verdoppelten.

Für die Bahn bricht laut Magazin damit eine ihrer wichtigsten
Erlösquellen weg. Die Einnahmen durch den regionalen Zuschlag lägen
bei geschätzten 150 Millionen Euro pro Jahr. Der Konzern begründe den
seit 2003 erhobenen Regionalfaktor damit, dass nur so die hohen
Kosten der ländlichen Schienenstrecken mittelfristig gedeckt würden.

Doch diese Behauptung könne die Bundesnetzagentur «nicht
nachvollziehen», sagte Kurth. «Sie steht im Raum, wird von der Bahn
aber nicht schlüssig begründet.» Teilweise seien etwa
Regionalstrecken teurer als Hochgeschwindigkeitsnetze. Natürlich
müsse auch die Nahverkehrstochter der Bahn, DB Regio, auf solchen
Strecken den Zuschlag zahlen. Doch «es gibt eindeutige Hinweise, dass
die Wettbewerber in der Summe stärker belastet werden als die
Deutsche Bahn», sagte Kurth.

(ddp)

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