11:02 | 06.07.2009
Fahrgastverband gegen Tariferhöhungen bei der BVG
Berlin (ddp-bln). Der Berliner Fahrgastverband IGEB kritisiert die
Forderung von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) nach
Fahrpreiserhöhungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Berlin
gehöre bei den Fahrpreisen zu den teuersten Großstädten Deutschlands,
aber bei der Kaufkraft zu den ärmsten, teilte die IGEB am Montag mit.
Höhere Tarife bedeuteten deswegen nicht automatisch mehr Einnahmen.
Statt die Fahrpreise zu erhöhen, solle das Geld, das der S-Bahn
wegen nicht erbrachter Leistungen im kommenden Jahr abgezogen werde,
der BVG zugutekommen, hieß es weiter. Damit könne das Unternehmen
Altschulden abbauen und die Zinszahlungen senken. Für den mit rund
700 Millionen Euro verschuldeten Betrieb werden den IGEB-Angaben nach
jährlich bis zu 50 Millionen Euro Zinsen fällig.
Finanzsenator und BVG-Aufsichtsratschef Ulrich Nußbaum (parteilos)
hatte zuvor in einem ddp-Interview höhere Zuschüsse für die BVG
gefordert. Die derzeitigen Zuwendungen von rund 250 Millionen Euro
pro Jahr reichten nicht aus, um das landeseigene Unternehmen
wirtschaftlich zu führen, sagte er. Er sprach sich in diesem
Zusammenhang aber auch für jährliche Tariferhöhungen in einem
«angemessenen» Rahmen aus.
Neben höheren Zuschüssen forderte die IGEB auch eine Straffung der
Verwaltung bei der BVG. Im Vergleich mit «anderen gut geführten
Verkehrsunternehmen» habe das Unternehmen eine «zu große und damit zu
teure Verwaltung».
(ddp)
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