13:45 | 06.12.2008
Franz: SVR-Arbeitsmarktprognose ist wohl zu optimistisch
Düsseldorf (ddp). Wenige Wochen nach Vorlage des Jahresgutachtens
für 2009 rückt der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz von den darin
getroffenen Vorhersagen zur Arbeitsmarktentwicklung ab. «Wenn sich im
Laufe des kommenden Jahres abzeichnet, dass die Rezession länger
andauert, könnte das doch noch eine Entlassungswelle provozieren und
zu weit höheren Arbeitslosenzahlen als den vorhergesagten 3,3
Millionen führen», sagte das Mitglied im Sachverständigenrat zur
Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) der
«Wirtschaftswoche» laut einer Vorabmeldung vom Samstag.
In ihrem Gutachten hatten die Wirtschaftsweisen einen nur
moderaten Anstieg der Arbeitslosenquote von 7,8 auf 7,9 Prozent
prognostiziert, das entspricht im Jahresdurchschnitt rund 36 000
Personen. «Die Arbeitsmarkt-Prognose des Sachverständigenrats liegt
angesichts der jüngsten Konjunkturdaten sicher an der oberen
Optimismusgrenze», sagte Franz. Bedroht seien «vor allem die Jobs der
Geringqualifizierten». Angesichts des Fachkräftemangels in der
Wirtschaft werden die Unternehmen nach Einschätzung des
Wirtschaftsweisen versuchen, hoch qualifizierte Mitarbeiter etwa im
technischen und naturwissenschaftlichen Bereich trotz Rezession zu
halten.
(ddp)
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