16:38 | 22.04.2010
GDL kritisiert Arriva-Übernahme durch Deutsche Bahn
Frankfurt/Main (ddp). Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
(GDL) kritisiert die geplante milliardenschwere Übernahme des
britischen Verkehrsunternehmens Arriva durch die Deutsche Bahn. «Die
Deutsche Bahn soll sich auf ihr Kerngeschäft, den Schienenverkehr in
Deutschland, konzentrieren», sagte der Bundesvorsitzende Claus
Weselsky am Donnerstag in Frankfurt am Main. Hier zeigten die
zahlreichen Probleme in der jüngsten Vergangenheit einen dringenden
Handlungsbedarf. Daher habe die GDL in der Aufsichtsratssitzung am
Mittwoch gegen die Pläne gestimmt.
Im deutschen Schienenverkehr fehlen Milliarden für den Ausbau des
Netzes und für neue Züge, wie Weselsky weiter erläuterte. Ersatzzüge
gebe es ohnehin fast keine mehr, weil in der Vergangenheit die
Reserven Stück für Stück zurückgefahren worden seien. Außerdem sei
die Deutsche Bahn mit 15 Milliarden Euro verschuldet. «Das mühsame
Zurückfahren der Schulden wird mit einer Übernahme völlig
konterkariert», kritisierte Weselsky weiter. Die Deutsche Bahn will
für Arriva 1,8 Milliarden Euro zahlen und übernimmt zugleich Schulden
in Höhe von 1,1 Milliarden Euro.
(ddp)
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