WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

16:11 | 14.04.2009
Genmais-Verbot begrüßt

Erfurt (ddp-lth). Das Verbot der Genmais-Sorte MON 810 trifft in
Thüringen auf breite Zustimmung. Der BUND Thüringen, die Grünen und
die Landtagsopposition begrüßten am Dienstag die Entscheidung von
Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU). Die Landesregierung spricht
sich allerdings für die weitere Forschung mit Genmais aus.

Bund-Geschäftsführer Burkhard Vogel sagte in Erfurt, die Gefahren
einer Schädigung von Mensch, Tierwelt und Natur würden durch das
Anbau-Verbot stark verringert. Grünen-Landessprecher Frank Augsten
sprach von einem Erfolg des Widerstandes der gentechnikkritischen
Bewegung. Beide äußerten die Hoffnung, dass Thüringen nun komplett
gentechnikfrei werde.

Im Freistaat gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums
keinen kommerziellen Anbau von Genmais. Allerdings gibt es ein
Versuchsfeld in Dachwig, das von der Bundesregierung zu
wissenschaftlichen Zwecken betrieben werde. Ministeriumssprecher
Thomas Schulz betonte, die Chancen und Risiken von Genmais müssten
weiter erforscht werden. Dies könne allerdings auch in einem Labor
geschehen, betonte er.

Linke-Agrarexpertin Johanna Scheringer-Wright geht davon aus, dass
nunmehr auch die vom Bundessortenamt in Dachwig bewirtschafteten 0,35
Hektar, auf denen MON 810 ausgesät werden soll, «vom Tisch sind».
Alles andere wäre nicht nachvollziehbar, sagte die Linke-Politikerin.
Sie und SPD-Agrarexpertin Dagmar Becker bezeichneten das Verbot als
«längst überfällig». Becker verlangte, das Verbot auch in Thüringen
schnellstens umzusetzen und zu verhindern, dass es zur Aussaat von
Genmais kommt.

Augsten lobte, Thüringens Landwirte hätten Weitsicht bewiesen,
dass sie sich auch ohne das Machtwort von Aigner gegen den Anbau
gentechnisch veränderter Pflanzen positioniert haben. Vogel sagte, er
erwarte nun, dass sich Aigner auf EU-Ebene auch gegen die Zulassung
anderer gentechnisch veränderter Pflanzen ausspricht.

Aigner hatte zuvor in Berlin das Verbot des Ausbringens dieser
Maissorte verkündet. Sie begründete ihre Entscheidung damit, «dass es
berechtigten Grund zu der Annahme gibt, dass der genetisch veränderte
Mais der Linie MON 810 eine Gefahr für die Umwelt darstellt».

(ddp)


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