WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

12:32 | 09.07.2009
Glashersteller Nachtmann schließt Werk in Riedlhütte

Neustadt a.d. Waldnaab/Riedlhütte (ddp-bay). Der Glashersteller
Nachtmann schließt zum Ende des Jahres sein Werk in Riedlhütte im
bayerischen Wald. 180 Arbeitsplätze seien von der Werksschließung
betroffen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Neustadt an der
Waldnaab mit. Die gesamte Fertigung an Bleikristall werde in Zukunft
im Werk Weiden in der Oberpfalz gebündelt. Bayerns
Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel sagte, Ziel sei es, durch
Bündelung der Fertigungsstandorte möglichst viele Arbeitsplätze in
Bayern dauerhaft zu erhalten. Der Bürgermeister der angrenzenden
Stadt Spiegelau, Josef Luksch (SPD), sprach von einer «Katastrophe
für die Region».

Nach Unternehmensangaben wird Nachtmann künftig statt bisher vier
nur noch drei Werke betreiben. Auf diese Weise würden «interne
Prozesse effizienter gestaltet, Kosten gesenkt und Logistikvorteile
realisiert». Geschäftsführer Alois Kaufmann sagte: «Die jetzt
eingeleiteten Schritte versetzen uns in die Lage, die
Herausforderungen der Krise zu meistern und gestärkt in die Zukunft
zu blicken.»

Kaufmann sicherte zu, das Unternehmen werde seine
gesellschaftliche und soziale Verantwortung wahrnehmen. Die
Entscheidung sei allen Beteiligten sehr schwergefallen. Man werde
sich um «möglichst sozialverträgliche Lösungen» für die betroffenen
Mitarbeiter in Riedlhütte bemühen.

Hessel bezeichnete die Werksschließung als «schweren Schlag» für
die Region, vor allem für die betroffenen Arbeitnehmer und ihre
Familien. Die Unternehmensleitung habe jedoch versichert, die
Entscheidung sei wegen der massiven Absatzkrise unvermeidbar gewesen,
um den Fortbestand des Unternehmens als Ganzes zu sichern.

Luksch machte darauf aufmerksam, dass man bereits seit 2004 den
Niedergang der Glasindustrie beobachte, die als Kernindustrie dieser
strukturschwachen Region zählt. Alternative Arbeitsplätze seien in
der Gegend nicht vorhanden. Von der Werksschließung seien nicht nur
die unmittelbaren Arbeitnehmer, sondern auch Zulieferfirmen
betroffen. Luksch sprach von insgesamt 210 Arbeitsplätzen, die durch
die Schließung des Werks in Riedlhütte verloren gingen.

Bis Ende August würden im Werk die letzten Aufträge abgearbeitet.
Danach werde Schritt für Schritt die Produktion heruntergefahren. Zum
Ende des Jahres sei «im wahrsten Sinne des Wortes der Ofen aus»,
bedauerte Luksch.

Die Nachtmann-Gruppe gehört seit September 2004 zu Riedel mit Sitz
im österreichischen Kufstein. Das Unternehmen beschäftigt derzeit an
den Standorten Amberg, Weiden, Neustadt, Frauenau, Spiegelau und
Riedlhütte etwa 830 Mitarbeiter.

(ddp)


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