WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

6:03 | 09.01.2009
Glos: Bundesbeteiligung an Commerzbank verbessert Kreditversorgung

Düsseldorf (ddp). Die direkte Beteiligung des Staats an der
Commerzbank dient nach Ansicht von Wirtschaftsminister Michael Glos
(CSU) der besseren Versorgung der Wirtschaft mit Krediten. «Mit dem
zusätzlichen Kapital kann die Commerzbank ihre Aufgabe besser
erfüllen, die Wirtschaft mit Kapital zu versorgen», sagte Glos dem
«Handelsblatt» (Freitagausgabe).

Der Minister sieht aber keine Notwendigkeit, den
Bankenrettungsschirm finanziell aufzustocken. «Es gibt keinen Anlass
für eine Aufstockung des Rettungsschirms.» Glos betonte, dass der
Einstieg des Bundes kein Verlustgeschäft sein müsse. «Der Bund kann
seine Beteiligung wieder verkaufen und damit Gewinn machen», sagte
Glos.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank, Klaus-Peter Müller,
hat die Beteiligung des Bundes mit 25 Prozent plus einer Aktie an
seinem Kreditinstitut begrüßt. Dies sei ein «klarer Ausdruck, dass
sich die Politik zur Kreditwirtschaft bekennt» und dafür Sorge trage,
dass die Commerzbank eine Kapitalquote hat, die internationalen
Standards entspreche, sagte Müller, der auch Präsident des
Bundesverbandes deutscher Banken ist, am Donnerstag im bayerischen
Wildbad Kreuth.

Die neue Commerzbank werde voraussichtlich mit einer «Kapitalquote
von leicht über zehn Prozent» ausgestattet sein. Die Beteiligung
solle auch dem Umstand Rechnung tragen, dass die «Bank nicht zum
Gegenstand von Übernahmen oder möglichen Zerlegungsaktivitäten werden
kann». Die Commerzbank werde nun als «wichtiger Kreditversorger für
den deutschen Mittelstand gut gerüstet sein», auch gegen Widrigkeiten
in der Zukunft.

Müller wandte sich gegen die Interpretation der Bundesbeteiligung
als Verstaatlichung der Commerzbank. Dies sei bei einer
25-prozentigen Beteiligung «nicht ganz schlüssig». Von einem
staatlichen Mehrheitsbesitz sei man «weit entfernt».

Finanzexperten haben den Kauf von Commerzbank-Anteilen durch den
Bund begrüßt: «Er ist überraschend, doch es ist der Befreiungsschlag,
den die Commerzbank jetzt benötigt», sagte der Frankfurter Professor
für Bankbetriebslehre, Martin Faust, der «Berliner Zeitung». Mit dem
Kauf der Dresdner Bank stehe die Commerzbank vor einer gewaltigen
Aufgabe. «Ohne den Einstieg des Bundes hätte die Übernahme der
Dresdner wohl abgeblasen werden müssen», sagte Faust. Die Tatsache,
dass der Staat jetzt Aktionär bei der Commerzbank sei, sei auch eine
Chance: «Jetzt kann der Staat auch an den künftigen Gewinnen der Bank
partizipieren und davon profitieren, wenn der Aktienkurs der Bank
wieder steigt.»

(ddp)


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