15:22 | 14.12.2008
Große Schwellenländer leiden unter Preisverfall bei Rohstoffen
Düsseldorf (ddp.djn). Die Schwellenländer Brasilien, Russland,
Indien und China leiden einem Medienbericht zufolge deutlich unter
den sinkenden Preisen für Rohstoffe. Weil sich das Wachstum der
großen Unternehmen in diesen Ländern fast ganz aus dem Rohstoffboom
gespeist habe, drohe jetzt angesichts des rapiden Preisverfalls ein
rasanter Absturz, berichtet das «Handelsblatt» (Montagausgabe) unter
Berufung auf eigene Berechnungen.
Die 30 nach Umsatz größten Unternehmen in den sogenannten
Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China steigerten laut
Bericht im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Nettogewinne im Schnitt um
15 Prozent. 21 der 30 Konzerne fördern und handeln mit Öl, Gas oder
Stahl.
In Russland kommt dem Blatt zufolge der Energieriese Gazprom auf
eine Umsatzrendite von 27,5 Prozent und der größte Bergbaukonzern
Norilsk Nickel sogar auf 31 Prozent. Gerade habe jedoch der russische
Staat ein Viertel des Nickelproduzenten Norilsk übernehmen müssen,
weil der bisherige Eigentümer Oleg Deripaska in schweren Finanznöten
steckt. Gazprom habe trotz des jüngsten Quartalsgewinns von acht
Milliarden Euro gesagt, seine Schulden möglicherweise nicht mehr
refinanzieren zu können. In dem Maße, wie die Öl- und daran
gekoppelten Gaspreise sinken, brechen laut dem Blatt künftig die
Firmengewinne ein.
(ddp)
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