WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

11:05 | 28.01.2010
Grube verspricht 70 Millionen Euro Entschädigung

Berlin (ddp-bln). Deutsche Bahn-Chef Rüdiger Grube hat wegen des
Chaos bei der Berliner S-Bahn zusätzliche Entschädigungen in Höhe von
70 Millionen Euro angekündigt. Zugleich entschuldigte sich Grube nach
einem Treffen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit
(SPD) bei den Fahrgästen für die anhaltenden Betriebseinschränkungen.
Wowereit sprach von einem «tiefen Vertrauensschaden gegenüber der
S-Bahn».

Seit mehr als einem Jahr müssen Fahrgäste der S-Bahn
Einschränkungen im täglichen Nahverkehr hinnehmen. Im Sommer galt
erstmals ein Notfahrplan. Wegen Problemen an Bremsen und Achsen
musste ein Großteil der Flotte vom Gleis genommen werden. Experten
sehen die Ursache vor allem in Wartungsmängeln. Die Bahn lässt
derzeit untersuchen, ob die Mängel auch durch falsch koordinierte
Wartungsvorgaben aus der Managementebene verursacht wurden. Darüber
hinaus soll es herstellerbedingte Probleme an den Bremszylindern
einer S-Bahn-Baureihe gegeben haben.

Zum Abbau des Wartungsstaus und für zusätzliche Untersuchungen an
Rädern und Achsen wurden seit Jahresbeginn mehrere geschlossene
S-Bahn-Werkstätten wieder in Betrieb genommen. Ebenfalls zum
Jahresbeginn kündigte der Berliner Senat die Prüfung einer
Teilausschreibung des S-Bahn-Netzes an. Der aktuelle S-Bahn-Vertrag
zwischen Land und Bahn läuft 2017 aus.

(ddp)


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