12:23 | 07.09.2008
Grüne: Erwartungen an Pilotanlage zur CO2-Abscheidung übertrieben
Potsdam/Spremberg (ddp-lbg). Vor der Inbetriebnahme der nach
Vattenfall-Angaben weltweit ersten Pilotanlage zur Abscheidung von
Kohlendioxid am Dienstag in Spremberg warnen die Grünen vor
übertriebenen Erwartungen. «Die CO2-Abscheidung ist eine Technologie
mit vielen Fragezeichen, ihre großindustrielle Tauglichkeit steht
ebenso in den Sternen wie ihre Wirtschaftlichkeit», sagte der
Landesvorsitzende Axel Vogel am Sonntag in Potsdam. Er warf der
Landesregierung vor, so zu tun, als habe das Zeitalter der CO2-armen
Kohleverstromung bereits begonnen.
Die brandenburgischen Braunkohlekraftwerke Schwarze Pumpe und
Jänschwalde allein würden bis zum Jahr 2020 rund 430 Millionen Tonnen
CO2 in die Luft leiten, sagte Vogel. Das in der Spremberger
Testanlage angewandte Oxyfuel-Verfahren werde den C02-Ausstoß der
bestehenden Kraftwerksblöcke um kein Gramm reduzieren, weil die
Technik nicht nachrüstbar sei. Zudem seien wegen der enormen Kosten
weltweit inzwischen mehrere CCS-Projekte unter anderem in Norwegen
und den USA gestoppt worden.
In die Pilotanlage im Braunkohle-Kraftwerk Schwarze Pumpe
investierte Vattenfall nach eigenen Angaben bisher rund 70 Millionen
Euro. Ein Unternehmenssprecher hatte angekündigt, dass die Anlage ein
wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Kohleverstromung fast ohne
CO2-Ausstoß sei. Zur Inbetriebnahme werden unter anderen
Kanzleramtschef Thomas de Maizière (CDU) und Brandenburgs
Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) erwartet.
(ddp)
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