WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

14:43 | 07.12.2008
Harz wird Modellprojekt für regenerative Energien

Wendefurth (ddp-lsa). Der Harz soll zu einem Modellprojekt für
regenerative Energien werden. Damit werde erforscht, ob der Harzkreis
durch ein regionales «virtuelles Regenerativkraftwerk» mit
erneuerbaren Energien ebenso sicher wie derzeit durch konventionelle
Kraftwerke versorgt werden könne, sagte Heinrich Bartelt, Vertreter
des Projektrats «Regenerative Modellregion Harz», vor dem offiziellen
Start am Dienstag (9. Dezember) in Wendefurth in einem Gespräch mit
der Nachrichtenagentur ddp.

Den Kern des virtuellen Regenerativkraftwerks bilden Bartelt
zufolge der Windpark Druiberg bei Dardesheim und das Pumpspeicherwerk
bei Wendefurth, das als «Riesenbatterie funktionieren soll, wenn die
Windräder bei Flaute stehen bleiben». Auch Biogas- und Solaranlagen
im Harzkreis würden in das Modellprojekt einbezogen. Es sei auf vier
Jahre angelegt. Bartelt rechnet «im ersten Jahr mit reiner
Grundlagenforschung, bevor Geschäftsmodelle entworfen werden und im
letzten Jahr die praktische Umsetzung ausprobiert wird».

Nachdem führende deutsche Hersteller von Wind-, Solar- und
Biogasanlagen in diesem Jahr das bundesweite regenerative
Kombikraftwerk rein theoretisch erfolgreich demonstriert hätten,
handele es sich nun um die erste Region, in der das praktisch
ausprobiert werde, sagte Bartelt. «Es ist spannend und etwas ganz
Neues», dass sich große konventionelle wie regenerative
Energieerzeuger in diesem Projekt gleichermaßen engagierten.
«Intelligente Stromzähler, in denen unterschiedliche Tarife
eingespeichert sind, sind ein Beispiel, wie Verbraucher zu einer für
das Netz günstigen Energieabnahme motiviert werden sollen.”

Über die Kopplung von Wind- und Wasserkraft werde bereits
international diskutiert. «In den Alpen und Skandinavien gibt es
riesengroße Wasserspeicherkraftwerke, die maßgeblich dazu beitragen
könnten, einen Großteil der gesamten europäischen Windenergie zu
puffern», erklärte Bartelt. Im Harzer Modellprojekt werde deshalb
auch untersucht, wie die künftigen Netze unter den Bedingungen hoher
Einspeisung regenerativer Energien errichtet und betrieben werden
müssten und der nicht von den Verbrauchern der Region abgenommene
Strom exportiert werden könne.

(ddp)


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