WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

18:04 | 29.09.2009
HSH Nordbank stellt Strafanzeige gegen Rechtsanwalt Gerhard Strate

Hamburg (ddp). Die HSH Nordbank hat Strafanzeige gegen den
Rechtsanwalt Gerhard Strate und Unbekannt wegen falscher
Verdächtigung gestellt. Weitere zivil- und strafrechtliche Schritte
behalte sich die Bank ausdrücklich vor, teilte ein Sprecher des
Unternehmens am Dienstag mit. Aufgrund der umstrittenen Zahlung von
45 Millionen Dollar (31 Millionen Euro) an die US-Investmentbank
Goldman Sachs durch die angeschlagene HSH Nordbank hatte die
Staatsanwaltschaft nach einer Anzeige durch Strate ein
Ermittlungsverfahren eingeleitet. Strate sieht in der
Zahlungsanweisung den Verdacht der Untreue.

Es sei überaus befremdlich, wie sich Dritte zulasten der Bank,
ihrer Kunden und Mitarbeiter profilieren wollten, sagte der
HSH-Sprecher. Das gefährde erheblich die erfolgreich begonnene
Restrukturierung. Die Bank sei nicht länger gewillt, dies so
hinzunehmen. Auch der Betriebsratsvorsitzende Olaf Behm und
Chefkontrolleur Hilmar Kopper hatten sich bereits ähnlich geäußert.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft richtet sich das
Ermittlungsverfahren gegen Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher,
seinen Stellvertreter Peter Rieck und HSH-Vorstandsmitglied Jochen
Friedrich sowie gegen Nonnenmachers Vorgänger, den im November 2008
zurückgetretenen früheren Bankchef Hans-Wilhelm Berger. Die HSH
Nordbank erklärte erneut, die Ermittlungen durch die
Staatsanwaltschaft unterstützen zu wollen.

Anfang voriger Woche war bekanntgeworden, dass die HSH Nordbank im
November 2008 im Rahmen einer Kreditausfallversicherung («Credit
Default Swaps») der US-Bank Goldman Sachs 45 Millionen Dollar gezahlt
hat. Laut der HSH war strittig, ob der Anspruch auf die Zahlung
bereits verwirkt war und hätte gerichtlich geklärt werden müssen.
Damit habe «zu erwartenden Marktgerüchten bezüglich der
Leistungsfähigkeit der HSH Nordbank von vornherein jeglicher Raum
genommen werden» sollen. Die Millionen-Zahlung an die US-Bank war von
Politikern scharf kritisiert worden. Nonnenmacher hatte daraufhin
angekündigt, die Wirtschaftsprüfer der Bank einzuschalten.

(ddp)


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