WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

15:58 | 16.02.2010
IG Metall fordert industriepolitisches Konzept für Nordic-Werften

Schwerin (ddp-nrd). Angesichts weiter fehlender Schiffbauaufträge
für die Nordic Yards-Werften fordert die IG Metall Küste ein
industriepolitisches Konzept für die Standorte Wismar und Warnemünde.
Der russische Werfteigner Vitaly Jussufow, Vertreter der Landes- und
Bundesregierung sowie der Gewerkschaft müssten an einen Tisch, um
über Perspektiven in den Bereichen Schiffbau, Offshore und
Metallverarbeitung zu beraten, sagte IG-Metall-Bezirkschefin Jutta
Blankau am Dienstag in Schwerin. Sie sprach sich in diesem
Zusammenhang dafür aus, auch die gesellschaftsrechtliche Beteiligung
von Bund und Land an den beiden Standorten zu prüfen.

Blankau sieht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den
russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew in der Verantwortung. Sie
hätten den Verkauf der Schiffbaubetriebe maßgeblich initiiert und
dürften daher nicht tatenlos zusehen, wie der Schiffbau in
Mecklenburg-Vorpommern sterbe.

Um den Weggang hochqualifizierter Beschäftigter in andere Branchen
und Bundesländer zu verhindern, verlangt die Gewerkschaft vom
russischen Werfteigner, die im Kaufvertrag zugesicherte Beschäftigung
von mindestens 1200 Mitarbeitern einzuhalten. Dazu müssten alle
arbeitsmarktpolitischen Instrumente, etwa die konjunkturelle
Kurzarbeit und die Verlängerung der Transfergesellschaft bis zum 31.
Juli, genutzt werden, sagte Blankau. Derzeit arbeiteten auf den
Nordic Yards-Werften nur rund 780 Beschäftigte. Diese Zahl werde in
den kommenden Monaten angesichts fehlender Aufträge weiter sinken.

Der Schiffbau-Experte der IG Metall Küste, Heino Bade, forderte
von Jussufow «unternehmerisches Handeln». Derzeit seien keine
Bemühungen des Eigentümers erkennbar, neue Aufträge für die Werften
zu akquirieren, sagte Bade. Wenn im Frühjahr die zweite Fähre für die
schwedische Stena-Reederei fertiggestellt sei, werde die Arbeit
auslaufen. Nötig seien Anstrengungen, sich Aufträge im
Spezialschiffbau, insbesondere auf dem russischen Markt, zu sichern.

(ddp)


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