14:37 | 16.02.2010
IG Metall fordert industriepolitisches Konzept für Nordic-Werften
Schwerin (ddp-nrd). Angesicht weiter fehlender Schiffbauaufträge
für die Nordic Yards-Werften fordert die IG Metall Küste ein
industriepolitisches Konzept für die Standorte Wismar und Warnemünde.
Der russische Werfteigner, Vertreter der Landes- und Bundesregierung
sowie der Gewerkschaft müssten an einen Tisch, um über Perspektiven
in den Bereichen Schiffbau, Offshore und Metallverarbeitung zu
beraten, sagte IG-Metall-Bezirkschefin Jutta Blankau am Dienstag in
Schwerin. Sie sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, auch die
gesellschaftsrechtliche Beteiligung von Bund und Land an den beiden
Standorten zu prüfen.
Blankau sieht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den
russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew in der Verantwortung. Sie
hätten den Verkauf der Schiffbaubetriebe maßgeblich initiiert und
dürften daher nicht tatenlos zusehen, wie der Schiffbau in
Mecklenburg-Vorpommern sterbe.
Um den Weggang hochqualifizierter Beschäftigter in andere Branchen
und Bundesländer zu verhindern, verlangt die Gewerkschaft vom
russischen Werfteigner, die vertraglich geregelte Beschäftigung von
mindestens 1200 Mitarbeitern einzuhalten. Dazu müssten alle
arbeitsmarktpolitischen Instrumente, etwa die konjunkturelle
Kurzarbeit und die Verlängerung der Transfergesellschaft bis zum 31.
Juli, genutzt werden, sagte Blankau.
(ddp)
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