- Finanzportal financial.de – Aktien – Börse – Kurse – Rohstoffe - http://www.financial.de -
IG Metall läutet heiße Phase der Tarifrunde ein
Essen/Düsseldorf (ddp-nrw). Die IG Metall hat die heiße Phase der
Tarifrunde für die 700 000 Beschäftigten der Metall- und
Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen eingeläutet. Rund 1000
Vertrauensleute und Betriebsräte versammelten sich nach
Gewerkschaftsangaben am Samstag in Essen zu einer Konferenz. Am
Montag (27. Oktober) gehen die Tarifverhandlungen zwischen IG Metall
und Arbeitgebern in Düsseldorf in die zweite Runde.
Die Gewerkschaft hält ungeachtet der Finanzkrise an ihrer
Forderung nach acht Prozent mehr Geld fest. Sollte es in der
kommenden Woche zu keinem Ergebnis kommen, will die IG Metall ab dem
1. November Warnstreiks initiieren. Die Friedenspflicht in der
Metall- und Elektroindustrie endet am 31. Oktober.
Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin
Kannegiesser, warnte indes die IG Metall eindringlich vor Streiks zur
Durchsetzung ihrer Lohnforderung. «Die Folgen solcher Streiks in
Zeiten eines Abschwungs wären dramatisch: Sie treiben so manche Firma
in Existenznöte und gefährden damit letztlich viele Tausend
Arbeitsplätze», so Kannegiesser.
«Mit Lohnzurückhaltung kann die Finanzkrise nicht bewältigt
werden», sagte derweil das für die Tarifpolitik zuständige
Vorstandsmitglied der IG Metall, Helga Schwitzer. Sie fügte hinzu:
«Wir büßen schon jetzt als Steuerzahler für eine Krise, die nicht
wir, sondern unverantwortliche Renditejäger des Kasino-Kapitalismus
zu verantworten haben.» Zum jetzigen Zeitpunkt wären kräftige
Lohnerhöhungen das beste Konjunkturprogramm, weil sie die
Binnenkaufkraft stärkten.
Die Gewerkschafterin warf den Arbeitgebern vor, die Konjunktur
schwarz zu malen. «Ja, es gibt Risiken, die Wachstumsraten werden
schwächer, aber wir haben immer noch Wachstum und zwar aufbauend auf
einem sehr hohen Niveau», sagte Schwitzer.
Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter in Nordrhein-Westfalen,
betonte: «Das Jahr 2008 wird die Branche mit dem besten Ergebnis seit
36 Jahren abschließen.» Jetzt seien auch die Beschäftigten dran, «mit
einem dicken Plus im Portemonnaie».
Die Arbeitgeberseite hatte in der ersten Verhandlungsrunde am 14.
Oktober noch kein Einkommensangebot präsentiert. Den Vorstoß der
Arbeitgeberseite zu einer Denkpause angesichts der Finanzkrise hatte
Burkhard abgelehnt.
Kannegiesser appellierte an die Gewerkschaft: «Die IG Metall muss
den Vorschlaghammer wieder einpacken. Gefragt ist jetzt ein
gemeinsames Krisenmanagement von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. In
dieser Ausnahmesituation sind die Tarifparteien gefordert, schnell
eine Lösung zu finden und dem verunsicherten Land damit zu helfen.»
(ddp)
Kontakt: financial.de AG Seitzstrasse 23 80538 München Telefon: 089 / 210298 -0 Telefax: 089 / 210298 -49 E-Mail: info@financial.de
Copyright © 2012 www.financial.de. Alle Rechte vorbehalten.