WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

13:01 | 02.06.2009
“Im Wesentlichen so einigermaßen gelungen”

Berlin (ddp). Die deutschen Banken haben ihre Existenzkrise nach
Überzeugung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weitgehend
überwunden. «Die Bankenrettung ist im Wesentlichen so einigermaßen
gelungen», sagte sie am Dienstag in Berlin bei einer Konferenz der
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Allerdings gebe es noch
Probleme in der Anzahl der Marktteilnehmer und einem zu geringen
Kreditvolumen.

Merkel bekräftigte, auch die Landesbanken müssten sich
umstrukturieren. Zugleich warnte sie jedoch: «Wenn sie sich zu
schnell umstrukturieren, wird auch deren Kreditvolumen nicht
wachsen». Derzeit befinde man sich «in einer sehr speziellen Phase
der Bankenrettung». Die Frage der toxischen Papiere sei die
entscheidende.

Zugleich übte sie heftige Kritik an den jüngsten
Liquiditätsmaßnahmen der US-Notenbank (Fed) und forderte eine
«Rückkehr zur Vernunft». Dabei betonte sie, dass die Unabhängigkeit
der Europäischen Zentralbank erhalten bleiben müsse, und «dass die
Dinge, die jetzt andere Notenbanken machen, wieder zurückgefahren
werden müssen».

Mit Blick auf die Prognose der Regierung, wonach die deutsche
Wirtschaftsleistung um sechs Prozent in diesem Jahr sinken werde,
sagte Merkel, die Daten des ersten Quartals deuteten darauf hin.
Zugleich sprach sie sich gegen eine Abkehr von der Exportorientierung
der deutschen Wirtschaft aus. «Weder glaube ich, dass das machbar
ist, noch, dass wir durch Binnennachfrage etwas ausgleichen können»,
erklärte sie. «Wir müssen unsere Stärken weiter ausbauen», forderte
sie.

Ursache der Krise ist ihrer Ansicht nach «nicht allein die
Wirtschaft». Grund sei auch «eine Verhaltensweise, die politisch
unterstützt worden ist», zum Beispiel durch die Geldpolitik in den
USA und die Weigerung der Börsen, Regeln anzunehmen, sagte sie
weiter.

Mit «großer Skepsis» blicke sie auf die Vollmachten der Fed und
der Bank of England. «Wir müssen gemeinsam wieder zu einer
unabhängigen Notenbankpolitik zurückkehren und zu einer Politik der
Vernunft, ansonsten stehen wir in zehn Jahren wieder genau an diesem
Punkt», erklärte sie. Deshalb sei es wichtig, eine internationale
Finanzmarktordnung aufzubauen.

(ddp)


NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt unsere
Financial.de-Newsletter:
- Daily
- Weekly

WIRTSCHAFTSNACHRICHTEN

23:11 Uhr | 27.02.2020
Beyond Meat verdreifacht ...


22:51 Uhr | 27.02.2020
ROUNDUP/CDU-Vorsitz: Vorstand der ...


22:49 Uhr | 27.02.2020
ROUNDUP/Aktien New York Schluss: ...


22:43 Uhr | 27.02.2020
VIRUS: Erster Coronavirus-Fall in ...


22:24 Uhr | 27.02.2020
Aktien New York Schluss: ...